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Johann Nepomuk Schleuniger : der katholische aargauische Vorkämpfer für Wahrheit, Recht und Freiheit, Denkschrift anlässlich seines 25-jährigen Todestages / auf Anregung der "Argovia", des kantonalen Verbandes des schweiz. Studentenvereins, verfasst von Pfarrer Heer
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jedem sein Recht und seine Freiheit lassen: dann ist Ord-nung und Sicherheit! Wir müssen die Ordnung und die Sicher-heit wollen, wie sie in der Geschichte unseres Bundeslebens ge-gründet und gerechtfertigt ist. Nach der Geschichte unseresBundeslebens sind die Konfessionen frei, ist jeder Kanton inseinen konfessionellen Angelegenheiten, wenigstens gegenüber denandern Kantonen, souverän. Wollen wir in diese Freiheit undSonveränetät eingreifen, so bringen wir Unordnung und Un-sicherheit in unser Bundesleben. Es ist bundeswidrig, denKantonen zu befehlen, daß sie ein konfessionelles Institut, seies protestantischer oder katholischer Natur, aufheben und aus-weisen sollen. Wer die Jesuiten so sehr fürchtet und haßt, magsie mit jenen geistigen Waffen bekämpfen, welche weder ein jKanton noch der Bund zu verbieten vermag . . . Die Jesuiten-instruktion stößt auch gegen den Religionsfrieden der Schweiz .Wenn die meisten Kantone, die meisten Katholiken auch nichtan den Jesuiten hängen, viele Katholiken die Jesuiten nichtmögen, so werden sie doch natnrnotwendig in ihren: Innernzu einer Reaktion getrieben gegen eine fremde, unbefugte Ein-mischung in einer Angelegenheit, in der nur der Katholik, nur !der betreffende Kanton zu entscheiden das Recht hat. Daß mitdem Religivnsfrieden der Friede der Eidgenossenschaft überhauptaufs Spiel gesetzt ist, brauche ich nicht zu erwähnen.

Auch in dem Wirken der Jesuiten liegen für ihre Aus-weisung eben nicht mehr Gründe, als in dem Wirken vieleranderer Arbeiter im Weinberge der Aufklärung und Freiheit.

Die Jesuiten sind ein Orden von Menschen mit bestimmtenZwecken, sind Menschen, welche zu gewissen Zeiten und untergewissen Umständen gut und wohlthätig wirken können, sindMenschen, welche nicht in alle politischen Zustände passen, welche jauch fehlen und irren können. Ich habe keineswegs die Absicht,zum Schutze der Jesuiten zu reden, sondern ich rede nur gegen 'jene absurden Behauptungen, welche dahin zielen, die Prote-stanten gegen den Katholizismus überhaupt zu fanatisieren,um über den Rücken der getäuschten und Beifall jubelnden Pro-