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Ja oder nein : Die Gotthard-Subvention vor dem Schweizervolke am 19. Januar 1879 / [C. Bürkli]
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walng steigern und die schweizerischen Landwirthe werden sich darobnicht zu beklagen haben. ,

Nun ist in der letzten Zeit gegenüber der Gotthardbahn dieBefürchtung herauf beschworen worden, gerade diese Bahn könnteeine nachteilige Rückwirkung auf einen besonderen Zweig unsererschweizerischen Landwirthschaft, für den Weinbau nämlich, üben. Eswird da gesagt, der italienische Wein werde den hiesigen verdrängen,weil er billiger sei. Diese Einrede ist uns nicht neu. Wir habensie schon damals gehürt, als man nach dem Osten und nach demWesten unseres Landes Bahnen baute. Da hieß es auch: Nunkommt der Ungar, nun kommt der Franzose und der Spanier undbringt uns so billige Weine, daß wir unsere Schweizer-Weine nichtmehr absetzen können. Du lieber Gott, was ist nun eingetroffen?Allerdings liefern uns Oesterreich , Frankreich und Spanien jährlichviele Piecen Wein; ihre Zahl ist groß! Sind deßhalb unsereWeine weniger gesucht? Ist ihr Preis etwa gesunken? Von alldem das Gegentheil. Die Vorzüge unserer Weine, ihre Frische undihre Lagerhaftigkeit, werden denselben ihren Werth immer sichernund wenn nun vollends einem rationellen Betrieb des Weinbauesfortan die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt wird, so ist dasschweizerische Weinproduct vor fremder, gefährlicher Konkurrenz nochlange sicher. Wenn der diesjährige Weinpreis gegenüber demvorjährigen etwas zurücksteht, so liegt der Grund nicht in größererWeiueinfuhr; sondern ganz anderswo. Die gegenwärtigen miß-lichen wirthschaftlichen Verhältnisse, die Stockung in Handel undVerkehr und die damit verbundene Verdienstlosigkeit mahnen eben alleSchichten der Bevölkerung zum Rückhalten, zum Einschränken, zumSparen. Die natürliche Folge davon ist einfach die, daß der Konsumsich mindert.

Gesetzt nun aber auch, es würde durch vermehrte Einfuhr fürunser eigenes Produkt eine Gefahr entstehen, so haben wir jaimmer noch das Messer in der Hand; es ist dieß eine richtigeRegulirung der Zoll- und Handelsverträge. Jetzt kommt der