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Die Vorfragen der systematischen Theologie mit besonderer Rücksicht auf die Philosophie Wilhelm Wundts kritisch untersucht : Inaugural-Dissertation der theologischen Fakultät der Universität Jena zur Erlangung des Licentiatengrades und der Venia Docendi / vorgelegt von Friedrich Reinhard Lipsius
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sog. Localzeiclien nur die Bedeutung von Symbolen, dieder metaphysischen Seele zum Anlass werden, ihre ange-borne Fälligkeit der Raumerzeugung zur Anwendung zubringen. Wundts Lehre bedarf derartiger Speculationennicht, sondern hält sich durchaus auf dem Gebiete empi-rischer Psychologie.

Sie verdient daher vor dieser und ähnlichen An-schauungen durchaus den Vorzug 1 .

Dazu bringt sie ein für die richtige Auffassung desPsychischen äusserst wichtige Tliatsaclie zum klaren Aus-druck. Sie lehrt an einem verhältnismässig einfachenBeispiel, was als ein fundamentales Gesetz der gesammtengeistigen Entwickelung aufgefasst werden muss: das (vonWundt sogenannte)Prinzip der schöpferischenSynthes e.

Es kann nämlich auf psychologischem Gebiet kaumeinen schwerwiegenderen Irrtum geben, als die Meinungjede Vorstellung sei einfach gleich der Summe der siezusammensetzenden Empfindungen. Es wäre auch beigenauester Kenntnis der Komponenten unmöglich, hierdie Resultante vorauszusagen, wenn man sie nicht schonaus Erfahrung kennt. Sie ist stets ein qualitativ neuesErlebnis.So vermöchte niemand, wenn ihm auch allePartialtöne eines Klanges bekannt wären, daraus jenesAufgehen der Obertöne im Grundton und jene Eigen-tümlichkeit der Klangfärbung vorauszusagen, die denspecifischen Charakter des Einzelklangs ausmachen 1 .

1 Auch nach Heebakt sind die Localzeichen Motive, durchdie eine transcendente Seele zurReihenbildung angeregt wird.(Ygl. Wundt, Logik I, S. 510.)

2 Wundt , System, S. 334 f. Ygl. Grdr. d. Psych. 2 S. 376;