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die deutscheil Truppe» iu der britischen Armee anführte. Die„Memoiren der Frau von Riedesel" werden in Deutschland wiein Amerika als treues Bild der Revolutionszeit stets mit Interessegelesen werden.
Den Stoff zu einer statistischen Übersicht aller deutschenTruppen, die von England gegen Amerika verwandt wurden,hat man in den wohl erhaltenen und geordneten Archiven derverschiedenen deutschen Staaten gefunden, aus denen sie kamen.So sind in Marburg und Berlin die Akten der hessischenTruppen aufbewahrt. Dieselben wurden von Wilhelmshöhe nachBerlin gebracht und enthalten manche interessante Einzelheiten.Darunter befindet sich das Journal des hessischen Corps in Amerikaunter General von Heister von 1776 — 1777 , unter Generalvon Knyphausen von 1777 — 1782 , unter General von Loß-berg von 1782 — 1784 . In den Archiven befinden sich auch vieleBriefe, welche den amtlichen und persönlichen Briefwechsel desLieutenants Henkel mann und anderer Offiziere enthalten undwohl der Beachtung wert sind.
Für unseren „Freiheitskrieg" sind ähnliche Angaben nichtso leicht zu erlangen, das Feld ist eben ein zu großes für einekurze Darstellung. Die Methode der Truppenanwerbung in denverschiedenen Staaten zwingt den Forscher, die gedruckten Listenjedes einzelnen Staates zu durchsuchen, und diese sind so umfang-reich und unübersichtlich, daß es fast unmöglich ist, daraus dieHerkunft der in ihren Truppenteilen dienenden Soldaten zuerfahren.
Schon viel ist zur Schmähung der deutschen Söldner, welcheim Freiheitskriege in der britischen Armee dienten, geredet undgeschrieben worden. Es muß daran erinnert werden, daß inEngland selbst dieses verwerfliche Verfahren, Männer gegen ihrenWillen zum Kriegsdienst zu zwingen, scharf verurteilt wurde.Holland und Rußland weigerten sich entschieden, die lockendenAnerbietungen Groß-Britanniens anzunehmen. König Georg,selbst deutscher Landesherr, verwahrte sich in milder Weise gegeneine solche Verwendung seiner hanuöverschen Truppen. Friedrichder Große untersagte strengstens die Anwerbung eines seiner Unter-