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Bedenkt man dabei die jedem Forscher bekannte Unvoll-ständigkeit der öffentlichen Archive und die Mangel der unterdem Eindruck der kriegerischen Ereignisse geschriebenen Dienst-berichte der Truppenbesehlshaber, bei denen manches zwischenden Zeilen zu lesen ist, so begreift man, daß das von
Hoenig gebotene Bild der an sich schon unübersichtlichenVerteidigung von Beaune in wesentlichen Stücken der Wirk-lichkeit nicht entsprechen konnte, obwohl für die Darstellungder Anspruch der Unfehlbarkeit erhoben wird.
Diesem Übelstande zu begegnen, habe ich in jeneni Auf-satz im Januarheft der „Neuen Militärischen Blätter" zu-nächst mehrere Schriftstücke jener Zeit, welche den Standpunktder f6er vertreten und in dem Hoenigschen Werke keine sicht-bare Berücksichtigung gefunden haben, veröffentlicht, alsdannandere Aufzeichnungen derselben Tage zurate gezogen und aufGrund dieser Urkunden und der Äußerungen der 57 er, welchebei Hoenig ihre Vertretung gefunden haben, eine von derhoenigschen abweichende Geschichte der Verteidigung gewon-nen, welche in jedem Falle den Vorzug hat, daß ihr Ver-fasser zu den Mitkämpfern gehörte und seine Arbeit nun-mehr auf den Berichten aller Offiziere, wenigstens seiner Frontberuhet.
Anderweitigen Ausführungen des Verfassers des Volks-kriegs, welchen ich nicht zustimmen konnte, zu begegnen,reichte diese Methode nicht aus, wo es sich um Dinge han-delte, welche in den Aufzeichnungen nicht berührt sind. Sie zuvervollständigen, mußte ich auch die jetzigen Erinnerungen dervon k). Hoenig nicht berücksichtigten Mitkämpfer zurate ziehen.