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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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mein Weg aus dem Lager, wo ich das erste Bataillon führen sollte,nach Semicourt führen werde, bei ihm abzusteigen, 21. September.

Bevor ich mein Kommando übernahm, meldete ich mich bei denübrigen Vorgesetzten, in FrLmscourt beim General v. Schwarz-koppe n, der mir klagte, wie ihn die Vorgänge angegriffen hätten,in Marange bei dem General v. Voigts-Rhetz. Hier wurdeich zur Tafel geladen und hatte Gelegenheit, das bunte Treibeneines immer bereiten kriegerischen Hauptquartiers aus nächster Nähezu sehen. Es interessierte mich dabei, Zeuge eines längeren Vvr-trages des Chefs des Stabes, Oberstlieutenant v. Caprivi,zu sein, wobei dieser vor allen Anwesenden mit lauter Stimme diebetreffende Frage so klar präcisierte, daß der General mit seinergroßartig angelegten und doch einfachen Natur sich nur für oderwider zu entscheiden brauchte.

Am 25. September schrieb ich nachhause:Ich liege ineinem Lager bei Marange zwischen Sem^court, Fröm^court undMaizieres les Metz. Das Lager befehligt der Führer der andernBrigade der Division, Oberst Lehmann, dem ich mit meinem Ba-taillon sozusagen als freier Mann attachiert bin. Die Gewehreund das Gepäck stehen in den bekannten Reihen, dahinter in dreianderen mehrere Hütten, darunter Bretterbuden. Ich liege zurSeite, etwas rückwärts, in einer neuen Baracke, die außer demLagerraum für drei Offiziere, darunter meinen Adjutanten, LieutenantFrieg, unsere Effekten und einen Tisch birgt. Die übrigen Offi-ziere des Bataillons haben runde französische Zelte. Ein längererSchuppen ist unser Kasino, in dem wir zwölf Offiziere des Ba-taillons auf gemeinschaftliche Kosten essen und trinken, morgens nachWahl Kaffee oder Chokolade. Mangel haben wir nicht. Währendaber andere alles umsonst haben, müssen wir es mit Geld auf-wiegen!" Die Ursache lag darin, daß wir uns in einer ausgeplün-derten Gegend, abgelegen von jeder Bahnverbindung befanden unddaß es noch bei uns Sitte war, zu kaufen, wo wir requirierenkonnten. Außer Spaß war mir, als ich sogar die Bretter meinerBude bezahlen sollte, welche mein Vorgänger in seiner Generositätsich gegen bar erstanden hatte.

Gestern", schrieb ich bald darauf nachhause,machte ich einen Rittzu den Vorposten, dann ging es nach Föves, wo Major v. Klitzing mit