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Am Abend vor der Schlacht schrieb ich über meine Ergebnissenachhause: „Beaunc, 27. November 1870. Wie ist doch die Füh-rung eines Bataillons interessanter als die einer Compagnie. Ichweiß nicht, wie weit ich in meinen Berichten zurückgehen muß, Dirvon mir zu erzählen. Ich war zu sehr in Anspruch genommen,als daß ich hätte schreiben können, Tag und Nacht aus dem Hui viva.
„In Beaune bekam ich gleich die Vorposten. Da unsere Kartenausgegangen waren und die Orte, welche unsere Stellungen bezeich-neten, sehr klein, oft nur wenige Häuser waren, deren Namen auchfremdartig ausgesprochen werden, verzweifelte man oft am Zurecht-finden. So kam es, daß eine Compagnie ihren Platz erst spätererreichte.
„Ich nahm in Orme Wohnung.
„Am andern Morgen wurde eine Rekognoszierung gemacht, dieHauptmann Seebeck als Generalstabsosfizier begleitete. Zu derselbenZeit wurde eine unserer Brigaden, die noch unterwegs zu uns gekom-men war, angegriffen. Augenscheinlich wollten die Franzosen dieVereinigung unseres Corps mit der Armee des Prinzen FriedrichKarl verhindern. Sie haben dieselbe aber nur beschleunigt.
„Auch Valentin! kam mit seiner Brigade und Corpsartillerieheran, und verloren wir nur ca. 80 Mann, während die Franzosenca. 400 Tote und Verwundete und 100 Gefangene einbüßten^).
„Wir stehen jetzt gegen Orleans, während die Franzosen diesenOrt decken.
„Ich war unter Sannow, der auch den anderen Flügel be-fehligte, Vorpostencommandeur. Schließlich hatte ich nicht nur meine4 Compagnieen, sondern auch 4 Füsiliercompagnieen und 1 Schwadronhessischer Reiter unter meinem Befehl.
„Die Ausdehnung war zu groß. Ich hatte mich in der Mitteder ganzen Vorpostenlinie placiert, weil mir hier der Feind undSannow, mit dem ich zu korrespondieren hatte, am nächsten war.Die Ordonnanzen mußten tapfer reiten. Wiederholt wurde alar-miert, alles in Verteidigungsabschnitte eingeteilt und eingerichtet.
„Abends, wenn nichts mehr in unserer Stellung zu besorgenwar, ritt ich nach dem entfernten Batilly, mich mit den dortigenFührern zu verständigen. Mein Brauner, den ich in Chatillonrequirierte, hat dabei einen Huf eingebüßt. -