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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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sich darauf, sich auf andern Wegen bcmcrklich zu machen und esgelang dadurch, daß man den linken Flügel der Füsiliere, welcherein Wäldchen besetzt hatte, zuerst zurückzog.

Meine drei Compagnieen bemerkten es, auch daß aus unseremrechten Flügel eine Truppe sich zurückzog und gingen, da hieraufder Feind wieder vorging, in guter Ordnung im Laufschritt zurück.Das Regiment hatte seine Absicht durch die Findigkeit meinerCompagniesührer erreicht, wer beschreibt aber meinen Schrecken, alsich das Zurückgehen meiner Compagnieen wahrnahm, wußte ich dochdie Veranlassung noch nicht.

In der Gefahr vom Feinde gefangen zu werden, sagte ich zumeiner Umgebung, indem ich sie auf die Vorgänge aufmerksammachte,nun Heidi zurück' und erhielt nach einigen 100 Schritten,beim Umsehen nach meinen Begleitern, welche ich zusammenhaltenwollte, einen Schuß durch beide Backenknochen, eilte aber weiter,bis ich mich, in der Annahme aus dem Bereich des Feindes ge-kommen zu sein, aus Erschöpfung niederwarf.

Währenddem wurde mein Bataillon von zwei Compagnieen16crn in Les Cötelles aufgenommen und versammelte sich das Re-giment in Longcour; es hatte einen Verlust von 32 Mann, meinBataillon einen solchen von 7, mit Einschluß der Vermißten10 Toten, darunter der Premierlieutenant München und 16 Ver-wundete. München, der seinen Schuß gleich mir auf dem Rück-züge erhalten, ist gleich gestorben, nachdem ihn ein Fähnrich v. Asche-berg, der ihn zurückbrachte, auf seinen Wunsch niedergelegt hatte.

Der Feind folgte nicht weiter undwar es an diesem Tagenichts mit der Artilleriestellung".

Von mir zu reden, hatte ich noch ein Abenteuer.

Es scheint, daß ich, nachdem ich mich hingeworfen hatte, eine,wenn auch nur kurze Zeit ohnmächtig war. Jedenfalls bemerkteich erst, daß Franzosen, sich mir genähert hatten und sich an mirzu schaffen machten, als sie mir meine Schärpe, meinen Revolverund meinen Säbel bereits genommen hatten.

Ich konnte nichts daran ändern, obwohl ich den Säbel, auswelchem ich eine bezügliche Inschrift hatte anbringen lassen, sehrhoch hielt, weil mein Bruder mit demselben als 8. Dragoner beiNachod gefallen war.