108
H. Hoenig sich noch wiederholt bei ihm einfanden, eine höhere Ent-scheidung darüber hat einholen lassen, ob er in Beaune bleiben oderzum Rendezvous kommen solle. Ich hätte ihm, zu solcher Anfrage,auch meinen Adjutanten zur Disposition gestellt.
„Ich muß hiernach, wie damals, sagen, Hauptmann Feige isteinem von mir an ihn gerichteten Befehle zufolge in Beaune ge-blieben." Ich wüßte auch nicht, daß er nennenswerte Schwierig-keiten erhoben hätte. Jedenfalls verlief unsere Auseinandersetzung,den Umständen gemäß, in wenigen Augenblicken, d. h. wohl Sekun-den, und habe ich daher schon 1870 gemeldet, daß meine Anord-nungen prompt ausgeführt wurden.
Die Verteilung der Feigeschen Züge durch mich giebt H. Hoe-nig im Prinzip zu. Leider giebt ihm aber auch dies Geschäftden Anlaß, dem Eintreffen der 57er in Beaune, wenigstens schein-bar, eine Bedeutung zu geben, welche es in der That nicht hatte,indem er sich wie folgt ausläßt: „Unterdessen hatte sich der Zug(3/16) unter Lieutenant Hausmann an der Westseite zusammen-geschlossen; zugleich waren die vier Züge (16 und 57) vom Aus-gang nach Batilly zugweise und in folgender Reihenfolge im Lauf-schritt auf den Kirchhof geeilt. Zuerst der Schützenzug (7/57).Es folgte der Zug des Feldwebel Gläsner (7/57). Sodann folgteder Zug unter Lieutenant Friedrichsen (2/16), hierauf der Zugunter Vicefeldwebel Reinhard. Den Schluß bildete der letzte Zug(7/57), Lieutenant Lang, der anfangs außerhalb des Kirchhofs blei-ben sollte."
Es ist ein hübsches Bild, das man erhält, wenn man hiernachannimmt, daß die vier Züge gleich ansangs, zugleich, im Laufschrittdem Kirchhof zueilten und so mit dem Eintreffen der 57er in Beaunedie endgültige Besetzung des Kirchhofs vollführt war, der Wirklich-keit entspricht es nicht, weil die Verstärkung der Kirchhofsbesatzungzugweise, zum Teil erst nach dem ersten Angriff des Feindes undauf verschiedenen Wegen statt hatte.
So unwesentlich solche Dinge an sich sind, so kann ich sie schondeshalb nicht unbemerkt lassen, weil die Darstellung, im Zusammen-hange, den irrigen Eindruck erwecken kann, als sei die ordnungs-mäßige Besetzung der Westseite von mir versäumt, den 57ern zuverdanken, und nicht vielmehr rechtzeitig, nach Bedarf, erfolgt.