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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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selbst sührte seit längerer Zeit ein Chassepot und sechs Packetchen Patronenmit mir (54 Stück), die ich sämtlich auf dem Kirchhof verschossen. Ich schoß,wenn ich es für gut hielt.

Die 2 Züge der 2. Compagnie sowie ich hielten uns großenteils an dermeist bedrohten West mauer an der (aus einem anderen Plan) mit L bezeich-neten Stelle auf, weil dort die Hauptsturmangriffe stattfanden.

Hausmann wird sich erinnern, daß er mir, als ich dicht an seiner Seiteeinen Schuß abgab, sagte: .Reinhardt, kommen Sie mir doch mit dem Schieß-prügel nicht zu nahe, Sie knallen mir die Ohren taub.'

Später, wohl nach 8 Uhr, ging ich mit meiner Abteilung an die Nord-mauer, als sich auch dort die Franzosen blicken liehen. Bgl. Anm. 39.

Ihre Erwiderung im Januarheft der neuen Militärblätter stimmen vollund ganz mit meinen Erinnerungen und Ansichten überein.

Sehr richtig erscheint mir der Satz: , Beide Regimenter 16 und 57 habenin heldenmütiger Hingabe miteinander gckämpft und gewetteifert'; daß aber dieAbteilung von Hauptmann Feige sich dabei in hervorragender Weise bemcrklichgemacht hat, ist auch mir, dem damaligen Vizescldwebel (dann Lieutenant)Reinhardt in keiner Weise aufgefallen, obwohl ich doch auch bis zur vollenDunkelheit aus dem Kirchhofe war."

Anmerkung 34 vergleiche Anmerkung 32.

35) Anders sieht sich dieser Borgang in dem Lichte der Hoenigschen Dar-stellung an:

Als der Kamps sich gelegt hatte, schallten aus dem Osten Mitrailleusen-batterieen herüber. Führer und Mannschaften mußten zu der Überzeugungkommen, daß man nach allen Regeln der Kunst abgeschnitten war. Wenntrotzdem die Mannschaften keinen Augenblick an ein Zurück dachten, so muß-ten doch die Führer weiter denken.

Daß einige Züge (die vier Züge 57er, nicht auchjdic des ganzen 16. Re-giments?) durch ihre Ausdauer eine Schlacht entscheiden können, wird imFrieden nicht veranschaulicht, weil man ihre Wirkung nicht beurteilen kann.Man muß es daher lehren.

H. Feige sagte sich, nachdem er das erste rollende Knarren vernommenhatte: .Eine Wahl habe ich nicht, eS bleibt nur einS: aushalten bis zurletzten Patrone und dann ein ehrlicher Soldatentod.

Da nun das Bedrängnis seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hatte, davor allen Dingen alles von dem Munitionsersatz abhing, dieser aber sehrin Frage gestellt sein konnte, so muß der Entschluß der Führer als heroischbetrachtet werden, der Führer, denn genau wie H. Feige dachte H. v. Natz-mer, Premierlieutenant v. Nerce und Lancclle. Letztere muhten, obwohljeder von ihnen auf sich gestellt war, das Mitrailleuscnfeuer ebenfalls ver-nommen haben, dagegen erfuhr man aus der Südwestsront des Städtchensnichts, wie ungünstig die GesechtSlage im Norden war, was in moralischerBeziehung sehr wesentlich war."

Oberstlieutenant v. Nerke hat sich hierüber an anderer Stelle vernehmen