Buch 
Die Schlachten bei Villiers und Champigny am 30. November und 2. Dezember 1870 sowie das Gefecht auf dem Berge Mesly / von E. von Schmid
Entstehung
Seite
44
JPEG-Download
 

44

einen kurzen Vorstoß machen, welcher die Franzosen für einen Augen-blick überrascht, aber sofort zurückgeworfen wird.

Die Kompagnie Beck nimmt nun die Zurückgeworfenen auf undüberschüttet die Franzosen mit Schnellfeuer.

Schon droht den Württembergern in den Kiesgruben die Muni-tion auszugehen, immer näher rücken die Franzosen heran, da kommtendlich die ersehnte Hülse, denn es hatte General v. Reitzenstein diebedrohte Lage seiner Siebener am Eisenbahndamm erkannt und zweiKompagnien des 1. Infanterieregiments Olga aus Cveuillh herbeiholenlassen.*)

Allein auch die französischen Batterien am Kalkofen hatten denMarsch dieser Kompagnien entdeckt, sie überschütten dieselben mit Gra-naten und es gelingt ihnen, eine dieser Kompagnien auseinander zusprengen, welche sich erst beim Schlosse la Lande wieder zu sammelnvermag.

Die 7. Kompagnie Hauptmann Bischer erreicht ihr Ziel und kommtgerade noch rechtzeitig um sich in die Kiesgruben zu werfen und dieanrückenden Franzosen mit Feuer zu überschütten.

Als nach kurzer Zeit auch zwei Züge der 8. Kompagnie des Re-giments 106 von Noish her angekommen waren, stürzten sich die Württem-berger mit den Sachsen unter Hurrahruf den Franzosen entgegen, drängendieselben zurück und nisten sich alsdann dauernd in den vorderen Gru-ben zu beiden Seiten der Bahn ein, von wo aus sie nun ein lebhaf-tes Feuer gegen die Franzosen unterhalten. Die zwei sächsischen Zügeunter Lieutenant v. Stieglitz gehen in den Schützengraben am WegeVilliers Chennevisres, wo sie bis Mittags 4 Uhr bleiben und mehr-fache kurze Vorstöße machen.**)

Bei der Abwehr des französischen Angriffs hatten auch 2 Zügeder 4. Kompagnie 1. Regiments Olga mitgewirkt, welche HauptmannFaber von Coenilly aus bis an die Schützengräben am Wege Chenue-viöres Villiers vorgeführt hatte.

*) Der Brigadeadjutant Oberlieutenant Schmid überbrachte den Befehl.

**) Regimentsgeschichte Seite 294.