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Da treffen zur rechten Zeit auch die Kompagnien des 5. Württem-bergischen Regiments geführt von Major Stapf beim Jägerhofe ein,welche am Berghange vorgegangen waren.
Major Stapf ließ zwei Züge der Kompagnie Sprvßer zwischendie Jäger und die Kompagnie Haß sich einschieben. während die Kom-pagnie Kurtz mit dem andern Zuge zwischen der alten Straße und derMarne vorging?)
Kaum war diese Verstärkung eingetroffen als Hauptmann Pfaffnunmehr die fünf Kompagnien zum Bajonettangriff vorführte.*) **)
Mit donnerdem Hurrah warfen sich die Kompagnien dem Feindein die Seite. Die Regimenter Nr. 35 und 114. bei denen beideRegimentskommandeure gefallen waren, halten den Stoß nicht aus, siesehen sich vollständig umgangen und weichen in wilder Flucht nachChampigny zurück, verfolgt von dem Feuer der Württemberger, welchezahlreiche Gefangenen machen. Nur schwer läßt sich bei den Franzosendie Ordnung aufrecht erhalten und bald sind die Straßen von Chani-pigny von Flüchtigen angefüllt?**)
Nur das Regiment Nr. 42 auf dem linken Flügel hielt vor-zügliche Ordnung.
Das Regiment war im Vorrücken geblieben, obgleich es in kurzerZeit den Regimentskommandeur Oberst Prsivault nebst vielen Offizierenund mehr als 800 Mann verloren hatte. Das Regiment ging staffel-weise zurück, wobei nach der Behauptung des General Duerotch) zurück-springende Hornisten die jeweilige Linie bezeichneten.
So hatten die Franzosen gegen 1 Nhr die Höhen vorwärts vonChampignh vollständig geräumt, und sich in Unordnung nach Cham-
*) Der Regimentskommandeur Oberst Freiherr v. Hügel hatte die Kompag-nie begleitet und war am Jägerhof schwer verwundet worden.
**) Das Generalstabswerk führt im II. Theil S. 56 t sieben WürttembergischeKompagnien an, was unrichtig ist, da nur zwei Kompagnien des Jägerbataillonsden Vorstoß mitmachten.
***> Bei diesem Angriff war Portepee-Fähnrich Knörzer des 2. Jägerbataillonsgefallen.
f) Bd. II S. 231.