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Beiträge zur Geschichte der Einigungen der alten Eidgenossenschaft mit dem Auslande und des Verhaltens der Eidgenossenschaft bei dem endgültigen Uebergang der Franche-Comté an Frankreich : Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Fakultät der Universität Bern vorgelegt / von Hartmann Friedrich von Mülinen
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an Nasen und Narrenseil herumführen, dass sie gar nichtsmehr riechen, und alles Gehorsams gegen ihre Obrigkeitvergessen. Und in -welchem Zustande ist Frankreich ?Es ist von innern Unruhen und äussern Feinden bedroht;sollen wir uns wohl an eine baufällige Wand lehnen, ummit derselben zu Boden zu fallen ? Das fremde Geld hatunter uns Faktionen, Unruhen und Uneinigkeit herbei-geführt, unsere Sitten verderbt, und auf verkehrte Sittenwird auch eine Veränderung des Regiments folgen. Oderbedürfen wir etwa des französischen Schutzes? Wirwären unglückselige Leute, wenn wir keinen andernSchirmherrn hätten als den Franzosen , der in unsernNöthen um unsertwillen auch nicht ein Pferd sattelnliess. Nein! Gott sey es gedankt, unterm seinem einzigenSchirm sind wir im sichern Genüsse der Einigkeit undFreiheit, er hat uns mit natürlichen Bollwerken, Schanzenund Wassergräben trefflich umgeben; ja, so lange er, derAllmächtige, ob uns haltet, sind wir unüberwindlich undauch ohne fremde Bundesgenossen stark genug zur Ab-wehr jeder äussern Gewalt! Namhafte theologischeGründe endlich können hier übergangen werden, weilheutiges Tages, losem Gebrauch nach, politische Ursachenbei Weltlichen mehr denn geistliche gelten.

Sollten aber alle diese und noch wichtigere Bedenkenmit allerhand schönen, fürnemlicli aber Gold- und Silber-farben durchgestrichen werden, so suche man wenigstenseinigen hauptsächlichen Nachtheilen vorzubeugen: mannehme die Pensionen nicht als Blutgeld, sondern unterehrlichem anständigem Titel, man schlicsse den Bundauf höchstens 6 bis 8 Jahre ab, man lasse die Religions-verwandten in Frankreich desselben gemessen, man lassesich von den Franzosen sattsame Caution geben, manverlange von ihnen einen mehrern Ehrentitel. Lässtman auch diese fünf Stücke ausser Acht, so wird manes weder gegen eine ehrbare Welt noch gegen Gott

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