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schöne Aufgabe, die sich Professor Schellbach als Lehrer und alsLeiter des mathematischen Seminars gestellt und der er beständigseine besten Kräfte gewidmet hat. Wer die Programme desKgl. Friedrich Wilhelms-Gymnasii, an welchem Professor Schell-bach als erster Mathematiker seit dem Jahre 1841 wirkt, durch-blättert, der mufs erstaunen über die grofse Zahl derjenigenAbiturienten, welche das Gymnasium verliefsen mit dem Vorsatze,sich dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften zuwidmen. Nahe an 100 junge Mathematiker haben bis Jetzt, inden ersten 25 Jahren des Bestehens unseres Seminars, das Glückgehabt, unter Professor Schellbach’s Leitung ihr Probejahr in derlehrreichsten Weise abzuhalten, und sind dann hinausgegangen,bereichert an Kenntnissen und Fähigkeiten, um nach dem Vorbildedes Meisters ihrem Berufe weiter zu leben.
Auch durch literarische Erzeugnisse ist das mathematischeSeminar in ehrenvoller Weise in die Oeffentlichkeit getreten. AufAnregung des Herrn Professor Schellbach entstand eine Reihevon Werken, die zu den gediegensten Büchern der Schul-Literaturgehören. Im Jahre 1859 erschienen: P'. G. Mehler’s «Hauptsätzeder Elementar-Mathematik, zum Gebrauche an Gymnasien undRealschulen» (Berlin , G. Reimer), ein Leitfaden, der unmittelbaraus der Anschauung des mathematischen Unterrichtes hervor-gegangen ist, wie er auf dem Kgl. Priedrich-Wilhelms-Gymnasiumdurch Schellbach und Luchterhand ertheilt wurde. Dieses Buchhebt sich aus der Fluth von mathematischen Lehrbüchern be-sonders durch musterhafte Kürze vortheilhaft ab. Für den grofsenBeifall, den dasselbe in den Schulen fand, zeugt allein der Um-stand, dafs es gegenwärtig die 10. Auflage erfahren hat. Am30. Januar 1860 erschienen: «Neue Priemente der Mechanik vonK. H. Schellbach, dargestellt und bearbeitet von G. Arendt»(Berlin , G. Reimer). In diesem Werke sind die Grundbegriffe derMechanik und die Hauptgesetze der Dynamik in seltener Einfach-heit und mit nüchterner Klarheit entwickelt. Es giebt dieses Buchdem Lehrer den besten Wink, wie er die Vorstellungen derSchüler über mechanische Processe zu läutern und zu entwickelnhabe, und dient zugleich dem Studirenden als vortreffliche Ein-leitung in die höhere Mechanik und in die mathematische Physik.Irin drittes Werk, das unmittelbar aus dem Unterrichte des HerrnProfessor Schellbach hervorgegangen ist, hat den Titel: «Mathe-matische Lehrstunden von K. H. Schellbach. Aufgaben aus derLehre vom Gröfsten und Kleinsten. Bearbeitet und herausgegebenvon A. Bode und E. Fischer» (Berlin , G. Reimer, 1860). Es ent-hält eine Reihe pädagogisch höchst fruchtbarer Probleme überMaxima und Minima, welche Herr Professor Schellbach in derPrima des Gymnasiums, durch die Wahl geschickter Methodenmit grofsem Erfolge behandelte. Auch dieses Buch wird manchem