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wand als Zweck. Das wirkliche Ziel waren Beute und Er-oberung, und hiezu eigneten sich nicht die fernen Thäler derEidgenossen, sondern die nächste grössere Stadt am Rhein ,d. h. Basel 1 ). Desshalh sehen wir den Dauphin, der Sonntagsden 23. August von Montbeliard nach Waltighofen gerittenwar, schon am folgenden Morgen, von Neugierde getrieben,incognito bis vor Basels Thore eilen, um diese Stadt, das Zielseiner Wünsche, aus der Nähe zu sehen 2 ).
Beim östreichischen Adel konnten feindliche Absichten aufBasel nur Beifall finden, sofern sie nicht etwa — durch einezeitraubende Belagerung — die Rettung von Farnsburg undZürich hinderten. Doch an eine regelmässige Belagerung konnteauch der Dauphin vorläufig nicht denken, da sein schweres Be-lagerungsgeschütz kaum erst in Montbeliard eingetroffen war 3 ).Nur von einem Handstreich konnte die Rede sein, wenn es etwagelang, die Streitmacht der Basler herauszulocken, von derStadt abzuschneiden und im offnen Felde zu vernichten, umhierauf die Mauern, ihrer Vertheidiger beraubt, mit leichterMühe zu erstürmen. Ein solcher Anschlag war den Oestrei-chern ebenso erwünscht als den Armagnaken, und so sehenwir beide Bundesgenossen zwei volle Tage [Montag und Dien-stag] vor Basel stille liegen und auf die (Gelegenheit lauern,um gegen diese Stadt einen Schlag zu führen.
Wohl hatte sich Basel noch rechtzeitig zur Vertheidigunggerüstet, auch das Städtchen Liestal , den Schlüssel des Ergolz-thales, in wehrhaften Stand gesetzt und mit einem Haupt-mann versehen 4 ). Immerhin aber bemühte sich der Rath, solange als möglich dem Dauphin gegenüber eine friedliche Hal-tung zu beobachten, und hatte noch Samstags den 22. Augustin diesem Sinne an ihn geschrieben 5 ). Es geschah daher jeden-falls gegen seinen Willen, wenn Montags, als der Dauphin sichincognito vor dem Spalenthor zeigte 6 ), aus der Stadt auf ihn
*) Diese Absichten auf Basel liat schon Fechter a. a. 0. p. 44 und54 hervorgehoben. Weitere Beweise enthält der Brief des Präceptors derAntoniter zu Issenheim , v. 19. Aug. 1444, ahgedr. bei Tuetey II, p. 509..
2 ) S. den Brief des Antoniter-Präcoptors von Issenheim , vom 5. Sept.ahgedr. bei Tuetey II, p. 512. Das Zeugniss des Thürhüters zu Waltig-hofen (s. Fechter a. a. 0. p. 50] beweist keineswegs das Verbleiben desDauphins im dortigen Schlosse, sondern höchstens, dass der gute Mannmystifioirt wurde.
3 ) Das schwere Geschütz kam nie über Montbeliard hinaus. S. TueteyI, p. 152 ff.
4 ) Ueber Basels Rüstungen s. Fechter a. a. 0. p. 20 ff.
5 ) Dieser Brief, den schon Ochs erwähnt, ist abgedr. bei Tuetey I,p. 214 in den Anm.
e ) S. den schon erwähnten Brief des Präceptors von Issenheim