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Das Bild des heil. Nepomuck, das am mittäglichen Ende der Brücke gegen Abend stand, ist von Freyheitsschwär-mern niedergestürzt worden, und sie haben nur das Fufsstück da gelassen, und seither hat der heil. Nepomuck niemandengefunden, der sich seiner angenommen hätte.
Im Hintergrunde des Blattes ragt auf einem Bergrücken das Kloster Glattburg hervor, und andächtige Schwesternbeten, wo vormals tapfere Ritter im Waffengetöse hauseten. Der erste bekannte Besitzer dieser Ritterburg war Ulrich von Ebersberg , einer Burg am Irchel an der Tös. Er hatte 1389 Glattburg, mit einigen Gütern im Dorfe Oberbürenvon Abt Kuno als Lehen erhalten, verkaufte dasselbe 1394 an die Schenken von Landegg . Während so viele Ritterburgenim Appenzellerkriege zerstört wurden, wufste der Schenk von Landegg seine Schlösser Oberbüren ( neben der Kirche)und Glattburg unversehrt zu erhalten. Um 1490 gingen diese Güter, theils durch Erbschaft, theils durch Käufe undProzesse an die Schenken von Kastell zu Mamerzhofen über, von denen es, nachdem 1732 das Schlofs Oberbüren abge-1736 an das Stift St. Gallen verkauft wurde. Ein Zweig der Herren von Kastell erhob sich in den Gra-fenstand, und erwarb die Herrschaft Tischingen in Schwaben 1698. Ein Graf von Tischingen war in der letzten Hälftedes achtzehnten Jahrhunderts die Geifsel aller Gauner und Zigeuner von Schwaben . Er wurde von der sonderbarenLiebhaberey beherrscht, jene Abarten der menschlichen Gattungen überall aufzusuchen, ihre Verirrungen zu erforschenund ihr Verbrechen zu bestrafen. In die von ihm errichtete Strafanstalt zu Tischingen wurden ihm, in Ermanglung eigenerZuchthäuser, sehr viele Sträflinge aus der Schweiz zugesandt, und die schwäbischen Gauner hielten sich immer mehrereMeilen von Tischingen entfernt, um nicht der wachsamen Polizey des Grafen in die Hände zu fallen.
brannt war,
Um das Jahr 1750 arbeitete Joseph Hely von Lingenwyl an der Errichtung eines neuen Ordens, der die ununterbro-chene Anbetung des Sakramentes zum Zwecke hatte. Er war ein Mann, der vieles in guter Absicht unternahm; aberzur Ausführung weder Kraft noch Beharrlichkeit genug hatte. Kaum war daher ein haltbarer Grund zur Stiftung einesweiblichen Klosters und einer Kirche zu Libingen gelegt, so verliefs er sein Werk wieder, und begann ein neues zuGomiswald im Lande Utznach. Der Fürst Beda nahm sich der verlassenen Nonnen zu Libingen an, schenkte ihnen dasSchlofs Glattburg bey Oberbüren, richtete es mit 22,548 Gulden zu einer Klosterwohnung ein, und liefs nun die Gottgeweihten Jungfrauen von Libingen 1781 dahin ziehen. Von jener Zeit an leben die frommen Jungfrauen zu Glattburgeingeschränkt und einfach, im veredelten Sinn ihres Stiftes, demjenigen, der für ihre Seelen das wahre Himmelsbrodgeworden ist.