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1 (1825) Thurgegenden : eine Sammlung malerischer Landschaften an und in der Nähe der Thur / von I.B. Isenring ; mit naturhistorischen, geschichtlichen und geographischen Erklärungen und Bemerkungen
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Karthause Ittingen.

Die Karthause Ittingen ist aus einem Standpunkte hinter dem Kloster, am waldigen Bergabhange, der sich überdenselben erhebt, gezeichnet worden. Wenn dadurch diejenige Seite, von welcher man die Karthause zu sehen ammeisten gewohnt ist, unsichtbar bleibt, so hat die Zeichnung dafür im Vorgrunde etwas sehr Romantisches erhalten,das ganz mit der stillen Zurückgezogenheit der strengen Väter vom Orden des heiligen Bruno zusammenstimmt.Vonihrer Einsamkeit aus sehen sie die Welt nur noch in der Ferne; die fliefsenden Gewässer der Thur sind ihnen ein Sinnbilddes rauschenden Stromes der Zeiten, in welchem alles Vergängliche untergeht; die hohen Häupter des Säntis und derChurfürsten, wenn sie im Morgen und Abendrothe glänzen, erscheinen ihnen als die unerschütterlichen Säulen jenesewigen Hauses der Herrlichkeit, in welchem der Christ einst zu wohnen hofft; und mit der festen Kraft einer durchGlauben im Selbstentsagen geübten Seele schauen sie über Hügel und Thäler, über Hütten, Paläste und Städte hin,unversucht von der Lust und Eitelkeit der Weltkinder.

Ittingen war schon im zehnten Jahrhundert der Sitz eines freyherrlichen Geschlechtes. Im eilften Jahrhundert, indem grofsen Kampfe zwischen der königlichen Macht und der Freyheit des Adels und der Kirche, ergriffen die Herrenvon. Ittingen die Partey der Welfen gegen den Kaiser. Als daher Ulrich von St. Gallen, ein Freund des Kaisers, denGrafen von Kyburg und alle Welfisch Gesinnten im Thurgau mit Krieg überzog, und mit gewaltiger Hand Kyburg eroberte,traf die Zerstörung auch die Burg Ittingen. Dieselbe wurde zwar wieder aufgebaut, und das Geschlecht der Freyherrenblieb in Ansehen und innerer Kraft, so dafs ihnen von den Grafen von Kyburg , oder von den Welfen selbst, dasTruchsessenamt aufgetragen wurde. Allein unbekannte Gründe bewogen die vier Brüder Adelbert, Bertold, Ulrich undGelphrand ihre Burg in ein regulirtes Augustiner Kloster zu verwandeln, selbst der Welt zu entsagen und als Mönchein das Kloster zu treten. Ihr Entschlufs wurde nicht nur vom Konstanzischen Bischofe Hermann, und vom Papste Eugengebilligt, sondern auch Herzog Heinrich und Herzog Welf von Bayern, der Abt Werner von St. Gallen und ihre bey-derseitigen Dienstleute brachten zur Bereicherung des Klosters ihre Geschenke dar. Herzog Welf übergab die KircheUfslingen, Abt Werner gesellt zu dem Mönchskloster noch ein Nonnenkloster, und nahm es über sich, die ganze Stiftunggewissenhaft gegen jede Beeinträchtigung zu schützen( 1160). Nichts desto weniger entstand hundert Jahre später zwischendem Abte von St. Gallen und Graf Rudolf von Habsburg ein für das Kloster sehr verderblicher Streit über die Kastvogtey,welche die Grafen von Kyburg besessen hatten, und nun, als ihr Erbe, auch Rudolf ansprach. Ittingen hatte dabey