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Kriegsgeschichtliche Studien : I. Die Freiheitskämpfe der Appenzeller (Gefechte am Speicher 1403, am Hauptlisberg und am Stooss 1405.), II. Kriegsgeschichtliches aus dem Tiroler Krieg 1499 (Schlacht an der Calven.) / herausgegeben vom eidgen. Generalstabsbureau
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sich von den Appenzellern loszusagen, wenn sie nicht derFreundschaft, des Städtebundes selbst; verlustig gehen wollte.

St. Gallen gehorchte. Aber die mutigen Bergleute amFusse des Silntis, die schon seit, Jahresfrist die Fehde gegenden Abt begonnen hatten, Hessen sieh durch den Verlustihres nächsten Bundesgenossen und Helfers nicht cinsehiich-tern. Sie verwarfen den Schiedsspruch, schlossen und or-ganisierten den Bund, der sie selbst unter einander verkettethielt, um so enger und wandten sieli an Schwyz , den er-probten llort der Volksfreiheit, im Herzen der Eidgenosscn-schaft, mit dem Gesuch um Aufnahme ius dortige Landrccht.Schwyz willfahrte, und so erfolgte der erste Schritt zu derspätem Angliederung Appenzeils an den schweizerischenStaatsverband. Schwyz gestattete den Appenzellem die An-werbung von Söldnern für den bevorstehenden wohl un-vermeidlichen Waffongang mit dem Abte und sandte ihneneinen leitenden Ammann und einen erfahrenen Kriegshaupt-mann. Zwar sali die Kidgenossenschaft und namentlichZürich diese weitere Ausdehnung des seliwyzerisclien Kin-llusscs ungern; man befürchtete, das neu eiugegangenepolitische Patronat; möchte leicht eine Quelle neuer Ver-wicklungen mit; der Herrschaft, Oesterreich werden. AlleinSchwyz blieb den Vorstellungen Zürichs unzugänglich.

Dur Abt von St. Gallon beschrift nun zum letzten Maleden Weg gütlicher Vermittlung. Kr sandte seinen Ver-trauten, Georg von Kmbs, zu den Appenzellem mit; der Auf-forderung, dem ergangenen Schiedssprüche gemäss ihr Bünd-nis unter sieh und ihr Landreehl, mit Schwyz aufzulösen.Als die Appenzeller sieb dessen entschieden weigerten undzur .Bekräftigung ihrer Antwort, die ähfisclien Gebiete imUnterland mit Raub und Plünderung überzogen, entschlosssieh der Abt zum Kriege und mahnte den Städtebund umden See zur Exekution des Gonstanzer Schiedsspruches durch"Waffengewalt.

Die Reichsstädte kamen der Mahnung nach und ent-sandten ihre Kontingente nach St. Gallen . Hier schwankt,edie Bürgerschaft mit geteilten Sympathien; alle,in sie könnt,esich ihrer Biindespllicht gegenüber den all,befreundetenStädten nicht entziehen. So kam es im Mai zu dem ent-scheidenden Waffengang. Mordbrennereien, die in der Reim -