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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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lichen Gefechten des vorigen Feldzngs, brachte eine recht erbärm-liche Stimmung in dein östreichischen Soldaten hervor. Derfardinische war vermuthlich nicht besser; denn bei ihm kamennoch allerhand politische Elemente des Verderbens hinzu.

Wenn man also den Zustand und die daraus hervorgehendeStimmung und Brauchbarkeit beider Heere mit dem gesundenMenschenverstand beurtheilt, so ist es klar, daß mit einer hungri-gen, abgerissenen, aber leidenschaftlich aufgeregten, nach denFleischtöpfen Italiens gierigen Rotte, wie man die französischeArmee nennen möchte, mehr anzufangen sein mußte, als mitdem niedergeschlagenen, sich seiner selbst nicht mehr bewußten,weder durch Vergangenheit, noch Gegenwart, noch Zukunft an-geregten Söldner der Oestreichs. Wir sagen dies nicht, umdamit Lob oder Tadel auszudrücken, und am wenigsten solchen,der auf die Nationalität ginge, sondern um in dem baaren Zu-stand der Dinge die Ursachen der Ereignisse aufzufinden.

In Beziehung auf die Feldherren war das Verhältniß ebenso schlimm. Bonaparte war siebenundzwanzig Jahr, Beaulienzweiundsiebzig. Dem erstem hatte sich eben eine großartigeLaufbahn aufgethau, in der durch Kühnheit und Verwegenheitalles zu erringen und nichts zu verlieren war; diesem mußte sichdie seine nächstens schließen. Bonaparte hatte eine klassische,großartige Bildung, und die Entwicklung der größten Welt-ereignisse hatte sich unter seinen Augen aufgethan; Beaulieuwar der Zögling einer sechzigjührigen ausmergelnden, geist-tödtendcn Dienstpedanterie. Bonaparte konnte die MachthaberFrankreichs wie seinesgleichen ansehen, die am 13. Vendemiöre(l>. Oktober 1795) seinem Degen ihr Dasein verdankt hatten;Beaulieu war der Diener eines alten Kaiserhauses und dasWerkzeug eines steifen, unbehülstichen Hofkriegsraths. Bonapartekannte die Apenninen wie seine Tasche, denn er hatte im Feldzug

östreichischen Armee in Italien, in den Frldzngen von 1194, 9s, 99 und 91.Wenn auch auf das Zeugniß solcher Jeremiaden, wie dieses au« einem ziemlichniedrigen Standpunkt geschriebene Buch ist, niemals ein allgemeines Urtbeil ge-fällt werden darf, weil sie immer das Einzelne überschätzen, so können sie dochbrauchbar sein, da wo ein Blick aus das Einzelne selbst Bedürfnis wird.