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Zieht man alle diese Verhältnisse in Betracht, so muß mandie Lage Beaulieu's bei der übernommenen Po-Vertheidigungsür sehr bedenklich halten, denn wenn er darin nicht glücklichwar, so lief er immer Gefahr, in sehr bedenkliche Verwickelungenzu gerathen.
Wenn es nun schon ein gefährliches Unternehmen war, denPo zu vertheidigen, wenn die Stellung bei Valeggio von Hauseaus nicht die beste Aufstellung war, so war die Art, wie Beau-lieu die Vertheidigung bewirken wollte, nämlich die Reihe seinerBewegungen vom 4. ab, noch weniger gemacht, einen gutenErfolg zu geben.
Wir wollen uns hier über die Vertheidigung eines großenStromes ein paar allgemeine Bemerkungen erlauben.
Die unmittelbare Vertheidigung einer bedeutenden Wasser-barriere, wie sie die europäischen Ströme der ersten Klasse aufdem letzten Drittheil ihres Laufes bilden, ist nicht so unthunlich,wie man oft behauptet hat. Unter unmittelbarer Vertheidigungverstehen wir die, wo der feindlichen Armee das Herüberkommenmit ihrem Ganzen verwehrt, und sie angegriffen wird, ehe dieserfolgt und die Brücke zu Stande gebracht ist. Es ist also da-mit natürlich keine Ufervertheidigung gemeint, die dabei an ein-zelnen Stellen der Lokalität wegen vorkommen, aber nicht derCharakter des Ganzen sein kann. Die unmittelbare Stromver-theidigung, wie wir sie eben definirt haben, führt also dabei,wenn der Feind den Uebergang unternimmt, immer zu einerSchlacht, oder wenigstens zu einem großen Gefecht zwischeneinem bedeutenden Theil beider Armeen, wobei der Fluß nichtsthut, als daß er in diesem Gefecht uns das Uebergewicht derVerhältnisse verschafft. Auf ein solches muß also die ganzeVertheidigung gerichtet sein, und weil dies, wie wir sehen wer-den, bei großen Strömen nicht so selten zu erstreben ist, so istdie Furcht vor diesen schlimmen Verhältnissen dasjenige,was den Feind abhält, den Uebergang zu versuchen, und wasvlso in den meisten Fällen die Wirksamkeit der Strom-vertheidigung ausmacht. Wenn man also von so wenigenerfolgreichen Stromvertheidigungen in der Kriegsgeschichte zuIV.