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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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östreichische Regierung sicher sein, daß diese Entscheidung gün-stig sein würde. Selbst in der Person des Feldherrn lag nureine schwache Garantie, denn es war der erste Feldzug, inwelchem er kommandirte. Wenn wir uns also die Lage derAngelegenheiten Mitte August in Deutschland lebhaft vergegen-wärtigen, so war für die östreichische Regierung eigentlich wenigAussicht, daß das Vorschreiten der Franzosen bald sein Zielfinden würde, sondern es war viel wahrscheinlicher, daß es ohneeine großartige Entscheidung seinen Fortgang behalten und alsoin wenig Wochen Wien und das Herz der östreichischen Mon-archie bedrohen würde. Wollte die östreichische Regierung durchdiese Bedrohung sich nicht zum Frieden zwingen lassen, so wareine große Schlacht das einzige Widerstandsmittel, und wenndiese verloren ging, so würden die Friedensbedingungen ganzandere geworden sein.

Hier war also eine große und nahe Gefahr, vor welcherdas Verhältniß des italiänischen Kriegstheaters den größtenTheil seiner Wichtigkeit verlieren mußte.

Man hat freilich einige Mühe, sich die Gefahr an derDonau wirklich so groß zu denken, weil man weiß, daß balddarauf eine glänzende Lösung dieser Spannung erfolgte; aberdarauf könnte unser Urtheil nur Rücksicht nehmen, wenn es vor-herzusehen gewesen wäre, und wir behaupten, daß wenig odergar keine Gründe dazu vorhanden waren. Der Erzherzog Karlwar nicht stärker, als seine beiden Gegner, vielmehr war erschon um 20,000 Mann schwächer; alle Versuche zum Wider-stände waren bis jetzt verunglückt, und es war also auch keinerjener freiwilligen Rückzüge in das Innere des Landes, die dieKraft der Vertheidigung in einem so hohen Grade steigernkönnen. Dieses Mittel kannte man damals noch nicht. DerAbfall der schwäbischen und sächsischen Regierung von demBunde um diese Zeit zeigt hinreichend, wie wenig Hoffnungenvorhanden waren.

War nun in Italien für Mantua vor der Hand nichts zubesorgen, verlor das italiänische Kriegstheater augenblicklich jedeandere Wichtigkeit, so war nichts natürlicher, als daß die