162
daß man es den Franzosen nicht verdenken kann, wenn sie daSganze Gefecht Massenas am 6. so darstellen, als sei die Avant-garde Proveras dadurch vor dem Vordringen auf das rechteUser abgehalten und auf das linke zurückgeworfen worden. Daßsich die Oestreicher hier nicht in sonderlichem Zustande befundenhaben, beweist die auffallende Maßregel, daß Provera in derNacht vom 6. zum 7. die Pontonbrücke hatte abbrechen lassen,welche die Insel mit dem linken Ufer verband, aus Furcht,Liptay möchte doch überwältigt werden. Er war also bereit,dieses ganze Korps aufzuopfern*).
Augereau war auf Alvinzi mit der Division Quasdanno-witsch gestoßen, die eben im Begriff war, auf der Straße vonVicenza vorzurücken und mit der Avantgarde bis Marostieagekommen war. Man schlug sich lange nm diesen Ort, dochmußte sich der Prinz Hohenzollern auf Quasdannowitsch zurück-ziehen, der eine Vortheilhafte Stellung zwischen den letzten Aus-laufen der Sette Communi und der Brenta genommen hatte.Hier leistete Quasdannowitsch allen ferneren Anfällen bis zuinAbend glücklichen Widerstand.
Bonaparte sah sich also am 0. ohne einen bestimmten Er-folg; die getrennte Lage, in der er sich mit seiner Armee be-fand, die Gefahr, mit der sein Rückzug bedroht war, wenn esProvera gelang, die Division Mafsena zu werfen, sagten ihr"nicht sehr zu. Von der anderen Seite beunruhigte ihn dochdie Lage Vnubois zu sehr. Er scheint seinen früheren Planbereuen, giebt ihn auf und beschließt, sich sogleich aus Veronazurückzuziehen und dadurch seine Kräfte einander zu nähern,um sich allenfalls zu rechter Zeit auf Davidowitsch werfen chkönnen. Zwar behauptet Bonaparte, dem das Eingeständnißeines Fehlers fast unmöglich ist, er sei durch die MeldungVaubois von dem Verlust von Nomi und Torbole, sosämmtlicher Posten aus dem rechten Etschuser, die de»7. Morgens um zwei Uhr im Hauptquartier eingetroffen st>,zur Veränderung seines Entschlusses bewogen worden, aber di^
*1 Ebendaselbst S. M2.