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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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sondern die italiänische Armee mit ihrem kühnen Feldherrn eiltdem andern um sechs Wochen voraus, weil sie es nicht abwartenkann, ihr Siegesrecht geltend zu machen. Es ist offenbar diemoralische Schwungkraft, welche sie erhalten hatte, die diesesAusfahren aus der Bahn veranlaßte und möglich machte. Danun mit diesem einzelnen Stoß der Zweck erreicht wurde unddie großen Massen gar nicht zum Stoß gegen einander und zueiner neuen Entscheidung kamen, so ist dieser Feidzug von 1797auch nur als ein Stück des vorhergegangenen, als ein sechsterAkt desselben zu betrachten.

Derjenige Leser würde uns mißverstehen, welcher glaubte,wir machten hier so viel Worte, um zu entschuldigen, daß wirin unserer Erzählung den Feldzug von 1797 wie einen Anhangvon dem von 1796 behandeln, dafür bedürfte es ja kaum einerEntschuldigung; eben so derjenige, welcher glaubte, wir legten aufden Unterschied von dem, was ein neuer Feldzug genannt werdenkann, einen pedantischen Werth; dieses Definitionsrecht würde sichdoch in der Kriegsgeschichte nicht durchführen lassen; — aberwir finden gerade das Charakteristische des Feldzugs von 1797darin, daß er nichts ist, als eine schon vorhandene Bewegung,die sich gewissermaßen unwillkürlich fortpflanzt, bis sie sich in derReibung und dem Widerstände erschöpft; und nur mit dieser An-sicht wird er ganz verständlich, wie wir das näher zeigen werden,wenn wir unsere Betrachtung über ihn anstellen.

Ehe wir zu diesem neuen Abschnitt übergehen, haben wirnoch einen kritischen Blick auf das Ganze des Feldzugs von1796 zu werfen.

68. Betrachtungen über den ganzen Feldzug.

Die Offensive der Franzosen führte sie bis an die Alpen-grenzen des östreichischen Staates. Das war bei der Trennungder Sardinier von Oestreich, bei der Energie Bonapartes undder moralischen Ueberlegenheit seines Heeres ziemlich natürlich»nd bietet keine der Erklärung bedürftige Erscheinung dar. Aufdem Wege zu den östreichischen Grenzen trifft der siegende Feld-herr auf das große und stark besetzte Mantua, nun kommt erIV. 16