Band 
Erster Band.
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Der Weltumsegler, Admiral v. Krusenstern.

Kanonen und Mannschaft bedeckend. So in seinem raschen Lauf ge-hemmt, außer Stand gesetzt einen anderen Gegner auszusuchen, sahsich Biloff genöthigt, den einmal begonnenen Kamps mit diesem ans-zusechten. Nach Dreiviertel Stunden war die Sophia Magdalenagezwungen die Flagge zu streichen. Daß Krusenstern schon damalsMittel gefunden hatte sich auszuzeichnen, dafür bürgt der Umstand,daß ihm der ehrenvolle Auftrag wurde, sowohl die Flagge des be-siegten Schiffes, als die des Admirals Lyenanker, die auf dessen Mastwehte, in Empfang zu nehmen, und den schwedischen Admiral selbst,so wie den Capitain der Sophia Magdalena, an Bord des siegendenMstislaff zu bringen. Auch wurde er, wegen seines Antheils andiesem Treffen, zum Schiffslieutenant befördert.

Wir übergehen die weiteren Ereignisse, an denen Krusensternkeinen Antheil hatte, namentlich die merkwürdigen Kämpfe welchedie beiderseitigen Scheeren (Ruder) Flotten mit wechselndem Glückbestanden. Merkwürdig an sich, und blutig änderten sie doch nichtsan der allgemeinen Lage. Bald nach diesen wiederholten Treffenwurde Friede geschlossen und es folgten, auf diese bewegten Zeitendes Krieges, Tage einförmiger Ruhe, die Krusenstern zu Reval umso drückender empfand, da das Schiff, zu dessen Bemannung er ge-hörte, während der zunächst folgenden Jahre, nicht einmal zu Uebungs-fährten in See geschickt wurde.

Ueberhaupt konnte man bis dahin die Umstände, unter denensich Krusenstern herangebildet hatte, nicht eben besonders günstigenennen. Wenigstens lag in seinen bisherigen Erlebnissen nichts, dasbesonders geeignet gewesen wäre seinen Geist zu einem höheren Stre-ben zu erwecken. Aber ihn selbst hatte die Natur in reichem Maßebegabt mit dem was den Menschen eigentlich znm Menschen machtund den edleren Geist über den alltäglichen erhebt: mit einem stre-benden Sinn, der aus eigener Bewegung unablässig ringt einen er-weiterten Horizont zu beherrschen, und die Flügel in einem stets wach-senden Kreise zu regen. England und die reichen Erfahrungen, dieer dort ahnte, waren das, was ihn lockte. Ein anderer junger Offi-zier, Namens Behring — ein Enkel des berühmten Reisenden —theilte seine leidenschaftlich erfaßten Wünsche, und während diese bei-den Jünglinge, von denen der Eine einen schon bedeutenden Namentrug, der Andere bestimmt war den seinigen zu einem bedeutenden