Kriegsscenen aus den Zeiten der Kaiserin Kathcrina II.
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in das vielgenannte Gefängniß der „sieben Thürme" gesperrt, wiedas damals im Reiche des Sultans herkömmlich war.
Dieser Krieg kam der Kaiserin Katherina in hohem Grade un-gelegen, und beunruhigte sie, wenn sie sich auch wohl nicht in jederBeziehung Rechenschaft davon zu geben wußte, wie die Dinge wirk-lich standen. Daß die russische Armee, seitdem nicht mehr der Feld-marschall Münnich an ihrer Spitze stand, im Lause der zwanzigJahre einer sorglosen und unverständigen Regierung unter der Kai-serin Elisabeth gar sehr in Verfall gerathen und durchaus nicht ineinem erwünschten Zustande war, wußte Katherina wohl eigentlichals Frau nicht zu beurtheilen, und um so weniger, da sie bis zuihrem Regierungsantritt natürlich allem, was das Heerwesen betraf,fremd geblieben war. Auch hatte sie nichts davon gesehen, als dieGarden, und hin und wieder ein Feld-Regiment, das zur Verstärkungder Besatzung in Petersburg herangezogen war. Solche Regimenterwurden dann aber, da das allgemeine Streben nur zu sehr dahinging, durch den Schein zu täuschen, natürlich etwas besser in Ord-nung gehalten als die Uebrigen. Die Truppen erschienen saubergekleidet und sorgfältig gepudert auf dem Paradeplatze; die Mängelkamen bei dem Ablösen der Wachen und dergleichen Dienstverrich-tnngen nicht zum Vorschein — und am Ende kümmerte sich dieKaiserin selbst darum nicht, wie es dabei herging. Eine Gelegen-heit, sich in ernsterer Weise und eingehender mit dem Zustandeihres Heeres zu beschäftigen, suchte sie nicht einmal. Sie scheintdie Nothwendigkeit nicht eingesehen zu haben, und mochte sichvielleicht auch sagen, daß sie in solchen Dingen doch kein Urtheil habe.
Auch der Zustand der sehr zerrütteten Finanzen erregte nichtso ernste Bedenken wie er wohl sollte, denn schon glaubte man indem Zauber der Banknotenpresse das Mittel gesunden zu haben, denverschwenderischen Auswand des Hofes, die glänzende AusstattungKaiserlicher Günstlinge, die reichen Jahrgelder, welche polnischenMagnaten, namentlich der Familie Czartoryski, gezahlt wurden, undalle wirklichen Bedürfnisse des Staatswesens bestreiten zu können.
Mochte man aber auch in Beziehung aus die eigene Macht imGroßen und Ganzen in mancherlei Täuschungen befangen sein, sotrat doch im Besonderen der augenblicklichen Lage mehr als ein Um-stand hervor, der dennoch im Cabinet der Kaiserin Unruhe und