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Erster Band.
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Kriegsscenen nus den Zeiten der Kaiserin Katherina II.

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diese Geschützart anzunehmen, war und blieb sie doch in der Russi-schen sehr beliebt; man versprach sich viel von der Wirkung des mitschwacher Ladung, unter einem geringen Erhöhungswinkel geworfenen,ricochetirenden Geschosses. Die „Einhörner", später theils in Batte-rien zusammengestellt, theils zu je zweien, wie anderswo Haubitzen,den Zwölf- und Sechspsünder-Batterien zugesellt, wurden beibehalten,bis in neuester Zeit die gezogenen Geschütze die gesammte frühereArtillerie verdrängten.

Das gesammte Material der russischen Artillerie war das schwer-fälligste in Europa, und es blieb auch dabei, trotz aller Bemerkungenund Klagen einsichtsvoller Offiziere. Die Verwaltung der Arsenaleließ nichts an den herkömmlichen Maßen ändern und lieferte fort-während schwerwiegende Geschützrohre, schon weil der Gewinn, dendie Vorgesetzten darauf machten, und der sich zum Theil aus demder Regierung angerechneten Preis des Metalls ergab, mit der Massedes verwendeten Metalls zunahm. Ueberhaupt machte sich die allge-meine Unredlichkeit auch hier in allen Dingen geltend. Wie fehler-haft die Geschützrohre, welche die Arsenale lieferten, auch im Gußgerathen sein mochten, sie wurden immer gut befunden, wenn dieVerwaltung der Arsenale dem betreffenden Artilleriecommando etwasvon ihrem Gewinne zukommen ließ. Selbst das Pulver war ver-fälscht, mit allerhand wohlfeilen Substanzen gemischt, die nur schwarzauszusehen brauchten, um zu genügen. Die Treffsähigkeit der Ge-schütze wurde natürlich in Folge aller dieser zusammentreffenden Ur-sachen eine sehr geringe; selbst die Schußweiten fielen, je nach derzufälligen Beschaffenheit des Pulvers, so ungleich aus, daß man dahinkam, sie für unberechenbar zu halten — und da der FeldzeugmeisterGregor Orlow erklärte, treffen mit grobem Geschütze sei etwas ganzZufälliges, alle Berechnungen trügerisch und selbst Uebung in diesemunsicheren Elemente vergeblich, ließ sich die russische Artillerie aufSchießen nach dem Ziele gar nicht mehr ein.

Zur Zeit als Katherina's erster Türkenkrieg ausbrach, war dannvollends das gesammte Material dieser schon an sich sehr unvollkom-menen Artillerie, in Folge mehrjähriger Vernachlässigung, in einenbedenklichen Zustand kaum übersehbaren Verfalls gerathen. GregorOrlow war General-Feldzeugmeister, Chef der gesammten Artillerie,und verwendete den größten Theil der bedeutenden Summen, die jähr-

v. Bernhard:, verm. Schriften. I. 0