Band 
Erster Band.
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Kriegsscenen aus den Zeiten der Kaiserin Katherina II.

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Mantel auf die Wagen zu werfen, die dem Regimente folgten, undin ihren Aermelweften zu marschiren.

Die zahlreichen oder zahllosen Wagen und Pferde, deren manbedurfte, besaß aber die Armee zur Zeit natürlich nicht; es fehlte auchsonst noch gar manches, das im Felde nöthig war, das aber die com-mandirenden Obersten der Regimenter, eines Krieges nicht gewärtig,sich erspart hatten. So fehlten namentlich die Zelte. Sie warenlängst verfault, da man ihrer im Frieden nicht bedurfte, und dieObersten hatten keinen Beruf gefühlt, Geld auf neue zu verwenden.Doch es war keine Zeit zu verlieren; die Regimenter erhielten denBefehl aufzubrechen, ohne ihre Mobilmachung vollendet, ihre Feld-ausrüstung vervollständigt zu haben. Sie sollten unterwegs anschaffen,was noch fehlte — und nebenher wurden sie fortwährend zur Eileaufgefordert. Vor mir liegen Briese, die ein junger Offizier währenddieses Marsches an sein elterliches Haus richtete.

Ein Esthländer, Karl v. Knorring mit Namen; derselbe, derspäter, als General, vom Kaiser Paul bestimmt wurde, ein russischesHeer von Orenburg aus quer durch das innere Asien nach dem Bri-tischen Indien zu führen. Er war damals Cornet in einem Cara-binier-Regimente, das in der Weihnachtszeit von Petersburg auf-brechen mußte, zum weiten Marsche nach dem Dniestr. Ich erseheaus den Briefen, daß das Regiment, als es bereits einen bedeuten-den Theil des weiten Weges zurückgelegt hatte, Befehl erhielt, sichunterwegs unter Anderem auch Mühlsteine anzuschaffen, zu Hand-mühlen, die aus Wagen fortgeschafft werden sollten, und deren manin den Steppen der Moldau bedürfen werde. Wo man Mühlsteinehernehmen sollte, in einem Lande, wo dergleichen nirgends als Ge-genstand des Handels in größerer Anzahl und im Vorrathe ange-fertigt werden, ist nicht wohl zu begreifen. Solcher Befehle mögenwohl mehrere unausgeführt geblieben sein. Auch Salz sollte imVorrathe angeschafft werden; das sei in den Steppen nicht zu haben.

Unter diesen Bedingungen in der bösesten Jahreszeit, theils imSpätherbste, theils mitten in einem nordischen strengen Winter an-getreten, mußte der lange Marsch ein überaus beschwerlicher werden.Umsomehr, da die allgemein herrschende Unredlichkeit unter Anderemauch bewirkt hatte, daß die Truppen im Allgemeinen sehr schlecht be-kleidet waren.