Aas Lade des Kaisers Kaul 1. von Kußlandam 23. Kürz 1801.
(Die Quellen, aus welchen die gegenwärtige Darstellung der Er-eignisse geschöpft ist, im Einzelnen nachzuweisen, schien vor der Handnicht thunlich, und muß einer etwas späteren Zeit vorbehalten blei-ben; hier müssen wir uns auf die Andeutung beschränken, daß dabeiein Bruchstück der handschriftlichen Denkwürdigkeiten des GeneralsGrafen Bennigsen zu Grunde gelegt ist, und daß unsere Erzählungim Uebrigen durchaus aus unmittelbaren Mittheilungen solcher Per-sonen beruht, die zur Zeit dem russischen Hof und den Ereignissennahe standen.)
Die weltgeschichtliche Bewegung, die das letzte Viertheil des18 . Jahrhunderts zu einer neuen Epoche in dem Leben und denSchicksalen der europäisch gebildeten Menschheit stempelt, hatte in ihrerwilden Macht Throne mit sich fortgerissen — einen unglücklichen Mo-narchen, der in seiner Schwäche solchen Stürmen nicht gewachsen war,und eine tief gebeugte Königin aus das Blutgerüst geführt. Nochwar die Bewegung kaum scheinbar beruhigt; sie bebte noch durch daserschütterte Europa und verhieß noch manchen Sturm, während derunmittelbare Kampf kaum aus kurze Frist durch einen eilig geschlosse-nen Frieden unterbrochen war — da ereignete sich auch in Rußlandeine Revolution, deren Art und Wesen nur zu deutlich aussprach, wiefern der slawische Osten zur Zeit noch dem westlichen Europa stand,welche Kluft ihn von der Bildung und dem Völkerleben Europastrennte. Der Kaiser Paul wurde ermordet.