Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

Vll.

Aas russische Keer im Irühjahr 1854.

Diese Blätter waren, als sie vor fünfundzwanzig Jahren ge-schrieben wurden, nicht zum Druck bestimmt.

Sie sollten nur in einem sehr engen Kreise, in dem man keines-wegs feindselig gegen Rußland gesinnt war, zur Orientirung dienen.

Es wäre in hohem Grade unziemlich gewesen, sie während desdamaligen Krieges zu veröffentlichen. Wir würden dabei auch jetztnoch ernste Bedenken haben, wenn nicht seither die durchgreifendenReformen, die Rußland seinem edlen Kaiser verdankt — die Auf-hebung der Leibeigenschaft, die allgemeine Wehrpflicht, — auch dasHeerwesen Rußlands auf eine durchaus veränderte Grundlage versetzthätten.

In Folge dessen haben diese Blätter nur noch ein geschichtlichesInteresse und können vielleicht dazu beitragen, manche Erscheinungendes Krimm-Krieges zu erklären.

Am Vorabende eines Krieges, dessen mögliche Ausbreitung undFolgen sich vor der Hand jeder Berechnung entziehen, möchte es wohlan der Zeit sein, sich von dem Zustande eines Heeres Rechenschaft zugeben, dem die eine der beiden Hauptrollen darin beschieden ist. Wirmeinen das russische. Zwar enthält der dritte Band der „Gegenwart"einen ziemlich weitschichtigen, wenn gleich nicht eigentlich ausführlichenAufsatz über das Heer, welches dem Kaiser Nikolaus zu Gebote steht,doch sind wieder mehrere Jahre verflossen, seitdem er bekannt gemachtwurde, und was wohl in mehr als einer Beziehung von viel größerer

r. Bernhardt, renn. Schriften. I. ' 22