DaS russische Heer im Frühjahr 1854.
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ergiebt sich wohl daß dieser so kurz, und wie die Autoren wohl mei-nen, klar als allgemein geltendes Gesetz hingestellte Satz, sehr unklarund unvollständig gedacht ist. Was haben wir uns denn bei diesem„genügen" eigentlich zu denken? — Ist dabei lediglich an Verthei-digung gedacht? — sollen wir darunter verstehen, daß zur Verthei-digung der Stütz- und Schlüsselpunkte unserer Stellung nur so vieleTruppen verwendet werden sollen, als nöthig sein möchte, einem erstenfeindlichen Angriff eine Zeit lang zu widerstehen, und die man als-dann mit der gehörigen Sparsamkeit durch nachgesendete Truppen zuverstärken gedenkt, so oft der feindliche Angriff übermächtig zu werdendroht? — Oder soll derselbe Grundsatz auch für die Offensive maß-gebend sein, auch in ihr dieselbe Sparsamkeit in der anfänglichenVerwendung der Truppen vorherrschen?
Der Gedanke, daß man zunächst möglichst wenige Truppen imunmittelbaren Kampf verwenden, so viel als möglich in Reserve be-halten, und mit diesen Reserven gut haushalten müsse, ist überallmehr und mehr vorwaltend geworden, seitdem eine andere Gliederungder Heere und tiefere Aufstellungen an die Stelle der zwei Treffender Taktik des siebenjährigen Krieges getreten sind, und nachhaltige,lange andauernde Gefechte herbeigeführt haben.
Aber wie Alles im Leben, kann auch dieser Grundsatz, mechanisch,geistlos angewendet, aus verderbliche Abwege führen. Er kann dahinführen, daß man seine ersten Angriffe mit unzureichenden Mittelnunternimmt, so daß sie gar nicht gelingen können — sie dann fortund fort in nie ausreichender Weise unterstützt und auf diese Weiseseine sämmtlichen Streitkräfte verbraucht in Angriffen, die immerdarohnmächtig und fruchtlos bleiben. Das ist mehr als einmal geschehen.
Dagegen kann ein gleich zu Ansang mit einer Uebermacht, diediesen Theil-Erfolg sicher stellt, unternommener erster Angriff unterUmständen gar wohl dahin führen, daß mau fort und fort gegen dieheranrückenden Reserven des Feindes in siegreichem Vorschreiten bleibt.Auch Beispiele dieser Art ließen sich anführen. — Und nun vergegen-wärtige man sich, welche Frage an den Feldherrn herantritt, wennes sich um die Verwendung einer letzten Reserve handelt — gegendas Ende eines Gefechts, das nicht durchaus nach Wunsch gegangenist, aber sich noch ohne Entscheidung hinzieht. Soll die letzte Reserveverwendet werden den Sieg zu erzwingen? — oder lediglich dazu,
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