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Zweiter Band.
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zur Revolution und zur Fusion. (1W6.) 123

Land in Waffen stand nnd niemand neutral dem Kampf zusehendurfte?

Heldenhaft haben sich hier vielfach Edelleute gleich den Bauerngezeigt! — Wir sehen wie Umgebung nnd Verhältnisse auf den Men-schen wirken. Denn nicht alle adeligen Führer der Vendöe warenaseetisch gesinnt und beschränkt wie Lescure, oder edelgeartete, bei derJagd aufgewachsene, unverdorbene Knaben wie Laroche-Jacquelin; diemeisten vielmehr waren in Gesinnung und Sitten die echten Söhneihrer Zeit und wären zu Coblenz gleich ihren Standesgenossen derdortigen Armseligkeit verfallen. In den heimischen Gebüschen wurdensie durch den Verkehr mit einem tüchtigen Bauernvolk, durch dieheroischen Kämpfe eines Naturkriegs, durch die Ursprünglichkeit derVerhältnisse in die sie sich versetzt sahen, vielfach gestählt.

Und doch kann man nicht sagen, daß sie durchaus gesundet wärenin dieser lebenssrischen Atmosphäre. Es kamen auch so unsaubereErscheinungen zu Tage wie der sittenlose und querköpfige Held Cha-rette; die Herren waren oft uneinig unter einander und schadeten sichdadurch; einer der Führer, Marigny, wurde sogar durch den kriegs-gerichtlichen Spruch neidischer Nebenbuhler verurtheilt und erschossen;immer wurde einer der Unbedeutendsten zum Oberfeldherrn gewählt,damit man ihm nicht zu gehorchen brauchte. Auch die Scheidewandzwischen Hof- und Provinzialadel sollte selbst in Mitten dieser ernstenSchicksale nicht fallen. D'Elböe, der dem unbedeutenden Provinzial-adel angehörte und als Lieutenant in chursächsischen Diensten gestan-den hatte, wurde zum Oberfeldherrn gewählt; er glaubte nun wirklichdie Opfer die er gebracht, die Kämpfe die er gekämpst, die Wundendie er erhalten, hätten ihn zu etwas gemacht, und versicherte demVater der Frau von Laroche-Jacquelin, dem Marquis Donissan, erwerde bei dem Könige eines jeden der sich wacker halte, nach Ver-dienst gedenken. Das nahm Donissan ganz gewaltig übel! dieserwar allerdings ein sehr unbedeutender Mann, unbrauchbar zu allenernsten Dingen und vollkommen überflüssig in der Vendse, so daßauch seine Tochter keine Heldenthaten von ihm zu berichten hat —:aber er war ein großer Herr! alle seine Verbindungen lagen im Hof-kreise, er hatte ein höheres Hofamt verwaltet, er war in guten Tagen,so lange die Dinge von selbst gingen, der tägliche Gesellschafter derKönigin und der Prinzen gewesen —: und nun wollte ein unbe-