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Zweiter Band.
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Die französische Revolution und die historische Forschung 137

Geschichtschreiber an das Bild herantrat, den theatralischen Schmuckder bisherigen Darstellungen auf seinen wahren Werth zurückführte,und uns zeigte, aus welchen realen Zuständen die französische Re-volution hervorging; um was es sich in der Wahrheit und Wirklich-keit handelte bei den gewaltigen Erschütterungen im Innern der Frank-reich beherrschenden Versammlungen; was der wirkliche Inhalt dieserKämpfe war, die auf der Rednerbühne begannen und aus dem Blut-gerüst endeten; endlich, was für sactische Zustände die Umwälzung,das ganze Treiben jener tobenden Versammlungen, für den Augen-blick schuf und für die Zukunft vorbereitete.

Das hat Sybel gethan, und das ist es, was sein Werk inunseren Augen zu einem epochemachenden erhebt. Wir möchten sagen:so oft man uns auch schon den Verlauf der französischen Revolutionerzählt hat, ist dieses Werk doch die erste wirkliche Geschichtedes tragischen Weltereignisses.

Sehr häufig wird eine solche bedeutende Wendung in der schonherkömmlich gewordenen Darstellung großer Ereignisse, dadurch herbei-geführt, daß sich dem Geschichtschreiber neue, noch unbenutzte Quellenausthun. Dergleichen war in Beziehung aus die französische Revo-lution kaum mehr zu hoffen, nachdem die Literatur ihrer Geschichtebereits zu einer gewaltigen Bibliothek angewachsen war, nachdem be-deutende und unbedeutende Theilnehmer an den Ereignissen ihre Be-kenntnisse, Rechtfertigungen und Erfahrungen in zahllosen Memoirenund oft sehr merkwürdigen Streitschriften niedergelegt haben; miteinem Wort zu einer Zeit, wo sich kaum noch irgend ein namhafterPunkt in dem Verlauf der Revolution nachweisen läßt, der nicht ineiner langen Reihe von Bänden, und zwar oft in sehr verschiedenemSinn abgehandelt worden wäre.

Indessen hat es doch dem Geschichtschreiber an neu eröffnetenQuellen nicht ganz gefehlt. Sind die durch den Druck veröffentlichtenWerke, die in der neuesten Zeit unseren Quellenschatz vermehrt haben,auch nicht sehr zahlreich, so fallen sie dagegen durch Gehalt und Be-deutung um so schwerer in's Gewicht. Vor allen anderen sind hierzwei neuere Werke ihrer entscheidenden Wichtigkeit wegen namhaft zumachen. Wir meinen Mirabeau's Briefwechsel mit dem Grafen LaMarck — und Tocqueville's Geschichte der Departements Frankreichs.Jener Briefwechsel bringt uns nicht nur Kunde von dem wahren