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Zweiter Band.
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Unsere Verfassung im Sinn der extremen

unter der Herrschaft der Stände sind hinreichend bekannt; und nichtminder ist es der Verrath, den die ständische Partei nach ihrem Sturzmehr als einmal geübt hat, indem sie ihr Vaterland fremden Mächtenpreisgab, um im Innern desselben wieder zu Gewalt und Ansehen zugelangen.

Nur indem sie die Macht der Stände brachen, vermochten dieRegierungen überall sich wieder zu einer angemessenen, ihrer Aufgabeentsprechenden Stellung zu erheben. Und da begegnen wir in derGeschichte mehrfach der auf den ersten Blick befremdenden, bei nähererErwägung sehr natürlichen und eben so belehrenden Erscheinung, daßeine absolutistische Revolution, welche ein ständisches Staatswesenniederwirft und die Elemente der zu Gunsten „kleiner Herren" zer-splitterten Souverainetät wieder in der Hand des Landesherrn ver-einigt, von der weit aus überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung alseine Befreiung, eine Erlösung, mit dem freudigsten Jubel begrüßt wird.So in Dänemark (1667), wo Bürger und Bauern eine solche gegenAdel und Geistlichkeit gerichtete, absolutistische Revolution hervor-riefen; so in Schweden unter Gustav III.

Der Jubel war in solchen Fällen berechtigt; denn der ärgste mög-liche Druck lastet da aus der Menschheit, wo die Rechte der Souve-rainetät der Landesregierung thcilweise abhanden gekommen, und vonprivilegirten Unterthanen geübt, Standes-Jnteressen dienstbar gemachtsind, die sich zuletzt in selbstsüchtige Interessen einzelner Individuenauflösen. Einem solchen Zustand gegenüber ist auch eine absolutistischeRevolution wirklich und in der That eine Befreiung.

Preußen ist zunächst nur dadurch groß geworden, daß der GroßeChurfürst und Friedrich Wilhelm I. mit durchgreifender Energie be-seitigten, was selbstsüchtigen Sonder-Jnteressen dienen konnte, den all-gemeinen Interessen hemmend in den Weg zu treten; dadurch, daßFriedrich Wilhelm I., wie sein eigener Ausdruck lautete: „die souva-rniuete wie einen roebsr von brours etablirte"; sonst hätte sich derpreußische Staat, wie nach Innen so nach Außen, mit einer mecklen-burgischen Stellung begnügen müssen. Jene Fairsten thaten mit Be-wußtsein und Besonnenheit, was ihre Zeit gebot, und darin lag ihremoralische Macht.

Ist nun jetzt bei steigender Regsamkeit des öffentlichen Geistesund Lebens, bei einer kaum berechenbaren Entfaltung neu entsinn-