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Zweiter Band.
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Z06 Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

wältige Deficit, durch die großen Weltbegebenheiten herbeigeführt,etwa nur auf einzelne Jahre dieser Reihe falle. Der Ausfall istvielmehr, als ob er zur Sache gehörte und ein berechtigtes Elementdes regelmäßigen Staalslebens wäre, mit relativ geringen Schwan-kungen ziemlich gleichmäßig auf die zehn Jahre vertheilt; er kommtselbst in den beiden letzten Jahren 1857 und 1858, Jahren des tiefstenFriedens, der Durchschnittszahl ziemlich nahe, welche die Gesammt-summe, durch 10 getheilt, ergeben würde. Im Jahre 1857 hattendie Einnahmen 298, die Ausgaben 340, das Deficit folglich 42 Millio-nen Gulden, fast '/^ des ganzen Bedarfs betragen; im letztvergangenenJahre endlich blieb, da die Einnahmen sich nur auf 282, die Ausgabendagegen aus 319 Millionen beliefen, abermals ein ungedeckter Ausfallvon 37 Millionen. Genau betrachtet stellt sich sogar das Ergebniß nochungünstiger, denn der Gesammtbetrag der Einnahmen enthält fürdas vorvergangene Jahr 22, für das letzvergangene 8 Millionen„außerordentliche Einnahmen", Einzahlungen auf früher contrahirteAnleihen, die veräußerten Staats-Eisenbahnen u. dergl. Bringt mandiese, und dann auf der anderen Seite, um so viel als möglich zuGunsten der Regierung zu rechnen, die Ausgaben in Abrechnung,die ebenfalls als „außerordentliche" für die Armee gemachte Auslagenbezeichnet werden, nämlich 16 und 4 Millionen, — so steigert sichdoch der Ausfall in dem ordentlichen Haushalt des Staates fürdie beiden Jahre aus 48 und 41 Millionen.

Dabei darf auch ein besonderer Artikel der Einnahme nichtübersehen werden; es sind nämlich in den Rechnungen für beideJahre 13 und 10 Millionen als „Ueberschüffe des Tilgungsfonds"aufgeführt; Ueberschüffe über was?! Wir wissen uns dabei kaumetwas Anderes zu denken, als daß die Summen, die regelmäßigerWeise in den Tilgungsfonds fließen, diesmal zum Theil eben nichtauf die Tilgung der Schulden, sondern zur Deckung der lausendenBedürfnisse der Verwaltung verwendet worden sind. Das ist insolcher Lage der Finanzen ganz vernünftig und kann nur gebilligtwerden, aber es folgt daraus, daß jener gewaltige Ausfall im Staats-haushalt sich ergeben hat, obgleich den kostspieligen Operationen derSchuldentilgung Stillstand geboten wurde.

Die Finanzverlegenheiten der letzten Jahre sind sogar mitunterso dringend geworden, daß die österreichische Regierung sich dadurch,