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Frankreich, Oesterreich und der Krieg i» Italien,
dern Sinn haben, als daß man warten wollte, bis die feindlichenStreitkräfte theilweise zur Einschließung der Festungen verwendet,mithin zersplittert waren, um dann wieder znm Angriff überzu-gehen. ")
Ganz plötzlich aber wurde in dem, seit dem 20. Juni von Ve-rona nach Villafranea verlegten kaiserlichen Hauptquartier ein geradeentgegengesetzter Entschluß gefaßt, durch den Alles, was in denletzten Tagen geschehen war, als verkehrt und fehlerhaft verurtheiltwurde, indem man sich bemühte, es wieder ungeschehen zu machen.Man beschloß, wieder über den Mineio vorzugehen, dem Feind ent-gegen, der unterdessen bis an den Chiese nachgerückt war. Die Ab-sicht war, wie die österreichischen Berichte wiederholt andeuten, diekaum verlassene Stellung von Castiglione wieder einzunehmen, umdort den Feind zu erwarten, was doch nicht eigentlich eine „erneuteOffensive" gewesen wäre, obgleich das Unternehmen so genanntwird. Der F. Z. M. Heß soll dagegen gewesen sein; — er wurdevon den Mitgliedern der Grafencoterie überstimmt, die ihm auchdiesmal wieder die Leitung der Operationen aus den Händen zuwinden wußten.")
Was sich aber auch sonst für oder gegen den angenommenenEntwurf mochte sagen lassen, die Erfahrung sollte bald beweisen, daßes jetzt bereits zu spät sei, ihn auszuführen; Oesterreichs Heer ver-mochte die früher aufgegebene Stellung nicht mehr vor dem Feindezu erreichen.
Die zahlreichen Abtheilungen, aus denen es bestand, jetzt gruppen-weise als zweite und erste Armee unter den Befehlen der GeneraleSchlick und Wimpfen zusammengefaßt, gingen am 23. Juni aufmehreren Punkten über den Mineio vorwärts. Am Abend stand derrechte Flügel unter Benedeck bei Pozzolengo in dem Hügellande amGarda-See; die Mitte unter Schlick's unmittelbarem Befehl hattein drei Staffeln Solferino (Stadion), Cavriana (Clam-Galias)und Volta (Zobel) erreicht, auch noch in den Hügeln, aber ihremsüdlichen Abhang nahe. Die erste Armee unter Wimpfen, oderder linke Flügel, hatte in der Ebene gegen Süden die HeertheileE. Schwarzenberg und Schaffgotsch nebst einer verhältnißmäßigzahlreichen Reiterei bis nach Guiddizolo vorgeschoben, und hinterihnen Wernhardt's Bataillone als Rückhalt bei Cereto ausgestellt.