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Zweiter Band.
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Anmerkungen.

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La Marmor« abgelehnt wurde. (La Marmor« wollte am unteren Po nur demon-striren lassen, damit das österreichische Heer dort beschäftigt, ihm selbst aber derUebergang über den Mincio und die Einschließung von Peschiera erleichtert werde.Selbst wenn der Uebergang über den Po gelang, wollte La Marmor« alsdann diedort verwendeten Truppen über Jsola della Scala an seinen rechten Flügel beiSomma Campagna heranziehen. Wenn er nicht gelang, wie La Marmor« eigent-lich voraussetzte, sollten diese Truppen — da die Brücke bei Casal-Maggiore abge-tragen war — über Cremona nach Somma Campagna herangezogen werden, ummit gesammter Macht die Belagerung von Peschiera zu decken; — „it soliro «sseckiocki ksscdiera", wie General Cialdini spottend sagte.)

29 Die Schlacht bei Solferino war auch von österreichischer Seite andersgeplant als es nach den erste» Berichten den Anschein hatte.

Man glaubte nicht, sich bei Castiglione delle Stiviere aufstellen zu können;man dachte vielmehr und wußte selbst den Feind in der Stellung auf den Höhenzwischen diesem Ort und Lonato; die zweite Armee unter Schlick sollte ihn dortangreifen und von den Höhen hinab an den Chiese werfen. Die erste Armee unterWimpftn sollte in der Ebene vorgeben, angreifen und schlagen, was sich hier vomFeinde vorfand, und vermöge einer Rechtsschwenkung, als deren Pivot Castiglioneanzusehen war, in der Flanke fassen, was von den Höhen an den Chiese hinunters geworfen wurde.

t Auch hat sich das große Hauptquartier nicht so unthätig verhalten wie gesagt

> und geglaubt wurde. Wahr ist es daß dieses Hauptquartier etwas spät, erst gegenneun Uhr früh von Vallegio her auf dem Schlachtfelde erschien, und selbst dannzunächst noch ohne die beiden Hauptpersonen; daß dann auch noch einige weitereZeit über keinerlei Anordnungen von dieser Behörde ausgehen konnten, weil zufälligi der Kaiser und der F.-Z.-M. Heß dann auch noch ein paar Viertelstunden über ge-k trennt blieben von dem Gefolge — eben dem Hauptquartier — das sie suchte undnicht sofort zu finden wußte. So blieb den» wirklich mehr als drei Stunden überdie Schlacht im Großen und Ganzen gleichsam sich selbst überlassen. Später istdann aber allerdings Ein und Anderes, wie es die Stunden mit sich brachten, vomgroßen Hauptquartier verfügt worden; namentlich ergingen wiederholte Weisungenan Wimpfen, der ihnen nicht zu entsprechen wußte.

An boshaften Anecdoten über das Benehmen des großen Hauptquartiers andiesem wichtigen Tage — Anecdoten, die natürlich von Wien ausgingen — hates freilich nicht gefehlt. Sie sind unzuverlässig, wie dergleichen zu sein pflegt unddes Aufbewahrens nicht werth. Wenn ein späteres Geschlecht sich ein Bild davonmachen will, braucht es nur in den Tagebüchern des Ritters von Gentz nachzusehn,wie wenig im Jahr 1809 in den Kreisen der wiener Aristokratie und selbst derGeneralität der Erzherzog Karl geschont worden ist.

Die österreichische Disposition zur Schlacht ist vielfach streng getadelt worden;mitunter in recht wunderlicher Weise, die kaum etwas Anderes beweist, als daß derKritiker es schwerlich besser gemacht hätte. Ein seltsames Urtheil hat unter AnderemWilhelm Rüstow ausgesprochen. Er nennt die österreichische Disposition geradezuunsinnig — und zwar eigentlich nur, weil das österreichische Heer in zwei Armeeneingetheilt war, ohne daß es eine gemeinschaftliche Reserve für beide gegeben hätte.Er sagt, eine Armee in solcher Weise in zwei Theile getheilt, sei wie ein Mensch

v. Bernhardt, nenn. Schriften. II.