Die Reform der Heeresoerfossmig. (März 1860.)
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Es mag demnach doch nicht gerade unnütz sein, an die Erfah-rungen zu erinnern, die eine Umgestaltung des preußischen Heeresals unerläßlich erscheinen ließen — an die Entwürfe und Gegen-Entwürfe, die darauf den preußischen Kammern vorgelegt wurden —und an die Gründe, mit denen diese Vorschläge bekämpft und ver-theidigt wurden.
Einiges, das in dem ersten Aufsatz bereits angedeutet war, mußtein dem zweiten ausführlicher wiederholt werden. Man möge dieseWiederholungen verzeihen; sie waren nicht wohl zu tilgen, ohne hierund dort den Zusammenhang zu stören.
Geschichte und Erfahrung bestätigen den fundamentalen Lehrsatzpreußischer Politik, der sich jeder unbefangenen allgemeinen Betrachtungdarbietet: daß Preußen durch seine besondere Lage und dasverhältnißmäßig beschränkte Maß der Machtelemente, dieihm zu Gebote stehen, mehr als jeder andere Staat dar-aus angewiesen ist, mit äußerster Sorgfalt und Anstren-gung dahin zu streben, daß seine Heeresmacht an innererTüchtigkeit, an kriegerischer Ausbildung und kriegerischemWerth wo möglich etwas voraus habe vor den anderenArmeen Europa's, jedenfalls den besten unter ihnen inNichts nachstehe.
Als die Politik und das Beispiel Ludwigs XIV. von Frankreicheine festere Begründung der bewaffneten Macht der Staaten herbei-führten, als die stehenden Heere dadurch eine bis dahin unbekannteBedeutung erhielten, trat Preußen mit Institutionen, die seinenTruppen einen mehr als gewöhnlichen Grad kriegerischer Tüchtigkeitsicherten, in die Reihe der Mächte.
Der werdende Staat vermochte dies, so arm und öde das mäßigeLändergebiet desselben auch durch dreißigjährige Verwüstung währenddes furchtbarsten aller Kriege geworden war, weil ein großer Fürstseine Geschicke lenkte, der sich mit geringen Mitteln tüchtige Werkzeugezu schaffen wußte, der dieselbe Energie und Weisheit, die im Innerndes Landes die schmerzlichen Wunden zu heilen strebte, auch auf dieBildung seines Heers wendete.
In den stehenden Heeren jener Zeit lebte noch gar manches fort,