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Zweiter Band.
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Z96 Die Reform der Heeresverfassung. (März-1880.)

nung, die in der ganzen Maschine vorwaltete und nicht nachlassendurfte, wenn Alles seinen Werth und seine Tüchtigkeit ungeschmälertbehaupten sollte, hatte seine Aufmerksamkeit in hohem Grade in An-spruch genommen. Caraman findet es bedenklich, daß unsere Heeres-verfassung eine solche Spannung gebieterisch fordere. Das System,sagt er, werde nur durch die Willenskraft und Beharrlichkeit KönigFriedrich Wilhelm's III. , der selbst den Impuls dazu gegeben habe,aufrecht erhalten. „Sollte dieser Impuls einmal an Kraft verlieren,so würde das ganze System schwankend werden. Das Andenken aneine unglückliche Epoche und an die Anstrengungen, deren es zurWiederherstellung der Monarchie bedurfte, kann sich in dem Maßeverwischen, in welchem die Ereignisse selbst dem Auge entrückt werden.Wird außerdem der bis jetzt unermüdliche Eifer der Offiziere, welcheohne Unterlaß neue, nur drei Jahre bei der Fahne stehende Leutezu bilden haben, auf immer aushalten können?"

Die Pflichten, welche die dreijährige Dienstzeit dem preußischenOffizier auferlegt, können wir ihm trotz aller Zweifel des französischenGenerals nicht erlassen. Zu den lässigen Formen, die in einer oderder anderen Armee vorherrschend sein mögen, können und dürfen wirnicht übergehen. Der Beruf des preußischen Offiziers ist und bleibtein sehr ernster, und seine Ehre liegt in dem Ernst der Pflichten, dieer zu erfüllen hat. Doch ist es gewiß sehr der Beachtung werth,daß eine zweijährige Dienstzeit, besonders bei der jetzigen Bewaffnung,die nothwendigen Anforderungen an das Offiziercorps (namentlichan die Hauptleute) noch um ein sehr Bedeutendes steigern würde.

Keinem erfahrenen Manne braucht gesagt zu werden, daß manin Einrichtungen, die sich für lange Zeit, für die Dauer bewährensollen, bei Individuen, die zu mehreren Tausenden ihre Thätigkeitder Ausführung widmen sollen und müssen, um das Ganze im Gangzu erhalten, nur aus ein gewisses Durchschnittsmaß von physischenund moralischen Kräften rechnen darf, wenn man nicht Gefahr laufenwill, sich zu verrechnen. Nur auf ein mäßiges Durchschnittsmaß vonIntelligenz — und besonders von Energie und Willen. Es wärenicht rathsam, den Bogen zu überspannen, und durch zu hoch gestei-gerte Forderungen die Kräfte des Offiziercorps im Friedensdienst sozu verbrauchen, daß eine frühe Ermüdung eintreten müßte.

Was die Mannschaft anbetrifft, so könnte deren taktische Aus-