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Zweiter Band.
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402 Die Reform der Heeresverfassung. (März 1860.)

Heer dafür geachtet. Im Jahre 1848 zeigte sich die Reiterei, wennauch schlechter beritten, an kriegerischer Tüchtigkeit der österreichischenvollkommen ebenbürtig; daß die Artillerie der österreichischen sogarüberlegen war, das ist selbst aus den so Manches in's Schöne ma-lenden österreichischen Berichten sehr leicht herauszulesen.

Anders verhält es sich mit der Infanterie. Sie hat zwar aucheinzelne schöne Momente auszuweisen — wie denn die lange undhartnäckige Vertheidigung von Somma-Compagna (Schlacht bei Cu-stozza) durch die Brigade Piemonte gegen eine etwas mehr als dop-pelte Ueberlegenheit, sogar eine glänzende Waffenthat genannt werdenmuß. — Aber die Armee verlor die erste Periode des Feldzugs, inder sie entscheidende Erfolge erfechten konnte, theils allerdings durchdie Unfähigkeit ihrer Führer — theils aber auch deshalb, weil dieInfanterie noch mit ihrer eigenen Organisation beschäftigt war. SechsWochen nach der Eröffnung des Feldzugs, in den ersten bedeuten-deren Gefechten, war die Haltung der Infanterie zum Theil schwach;so bei Sta. Lucia, wo die ganze Division Broglia, ohne angegriffenzu sein, vor dem entfernten feindlichen Geschützfeuer in der wildestenUnordnung die Flucht ergriff; auch in dem siegreichen Gefechte beiGoito wandte sich die Brigade Cuneo zur Flucht, ohne angegriffenzu sein, als zwei Compagnien sardinischer Jäger sich aus dem ge-brochenen Gelände vor ihrer Fronte in Eile und Unordnung auf siezurückzogen. Eine durchaus zuverlässige wurde die Haltung der In-fanterie im Lauf des ganzen Feldzugs nicht — und sobald das Un-glück hereinbrach, lösten sich die Bande der Disciplin.

Beachtenswerth ist dabei dann auch, daß die sardinischen Offi-ziere, die als Geschichtschreiber dieses Feldzugs ausgetreten sind, wie-derholt über die all' zu starken Bataillone klagen; über die übermäßigstarken Compagnien, — die „smisurats oompaxms", wie sie Pinellimehr als einmal nennt —; über die, im Verhältniß zur Mannschaftall' zu geringe Zahl der Offiziere.

Danach können wir uns dann wohl der Verwunderung nicht er-wehren, wenn wir sehen, daß kein einziges Bataillon der sardinischenArmee volle 700 Mann zählte, was wohl nicht übermäßig zu nennenist. Die „smisurats oorapnAnio" waren im Durchschnitt etwa 160Mann stark, und hatten 4 Offiziere eine jede.

Wenden wir nun den Blick, zur Vergleichung, auf die Heere der