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Die Reform der Hecresverfassmig. iJmr. 1861.)
Aber auch in der Schrift des Generals v. Willisen selbst findetsich eine Stelle, durch welche der zuvor so entschieden ausgesprocheneSatz, daß die Zahl der Uebung unbedingt vorzuziehen sei, denn docheine nicht unerhebliche Einschränkung erfährt.
Da lesen wir: „Nichts ist einfacher, als daß, wenn alles An-dere gleich ist, die Zahl der Streiter jedesmal den Ausschlag gebenwird. 20,000 Mann werden 30,000 Mann aus die Länge nichtwiderstehen können, wenn sie etwa nicht besser geführt, besser bewaffnet,besser geschult oder tapferer sind."
Wir hätten demnach jedenfalls den Beweis zu fordern, daß eineetwas eilige Ausbildung des Soldaten während einer kurz zuge-messenen Dienstzeit genügt, nicht nur als Schulzeit, sondern auch,um die Disciplin hinreichend zu begründen; und zwar, daß sie nichtetwa blos nach einem abstracten, mehr oder weniger willkürlich an-genommenen Maßstab genügt, sondern der bestimmten Ausgabe, dembestimmten Feinde gegenüber, mit dem wir uns zu messen haben;daß die vorgeschlagene Organisation genügt, uns, wie der Generalselbst verlangt, auf dem Fuß der Gleichheit mit diesem Gegner zuerhalten, und nicht der Gefahr aussetzt, aus einen „besser geschulten"Widersacher zü treffen, und zu unserem Schaden zu erfahren, daß wirihm nicht gewachsen sind.
Die einfache, ohne allen Beweis hingestellte Voraussetzung, daßallen diesen Forderungen entsprochen sei, reicht nicht hin. Auch könnenwir es nicht für einen genügenden Beweis gelten lassen, wenn derGeneral z. B. anführt, nach dem Urtheil Napoleon's sei die preußi-sche Infanterie 1813 die beste in den Heeren der Verbündeten ge-wesen, die österreichische dagegen erbärmlich; und doch habe dieseLetztere aus Mannschaften bestanden, aus deren militairische Ausbil-dung nicht etwa zwei oder drei — sondern sechzehn Dienstjahre ver-wendet worden seien. Wir können das nicht gelten lassen, weil dieösterreichische Infanterie — nach den Verlusten des Jahres 1809 —und besonders nach den Einschränkungen, welche die finanzielle Lagedes Reichs während des Friedens nothwendig gemacht hatten, nach-dem der Präsenzstand der Bataillone, der auf dem Kriegsfuß über1200 Mann betragen sollte, im Frieden auf 300 — zum Theil,nämlich bei den dritten Bataillonen der Regimenter, sogar auf 200Mann beschränkt worden war, in der That im Jahr 1813 nicht aus