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Ich habe mich über die erste Entdeckung dieser Art, und über ihreVerwechslung mit Helicophanta rufa bei letzterer geäussert, und berufe michnun bei dieser auf jene. Die Pfeifferschen Citate wage ich weder bei dereinen noch bei der andern Art anzuführen, da Herr Professor ltossmässlerdie Pfeiffersche II. brevipes nur für rufa erklärt, letztere aber auch wiederfür etwas verschieden von der seinigen. Ich könnte unmöglich die Pfeitfer’schebrevipes für meine II. rufa hallen, welche letztere doch ganz mit Rossmäss-ler’s übereinzustimmen scheint, denn die Vergleichung der Abbildungenmeiner rufa und Pfeiffer’s brevipes wird sogleich zeigen, dass bei dieserKleinheit, welche die Pfeiffer’sclie Figur der brevipes zeigt, die rufa eineganz andere Gestalt hat (s. m. Abb. II. rufa Fig. 6), welche wirklichHerrn Pfeiffer’s rufa weit näher kommt. Ich w’äre eher geneigt zu glauben,Herr Pfeiffer habe die wirkliche brevipes vor sich gehabt, aber nur in jünge-rem Zustande, in welchem sie vielleicht dem spätem ähnlicher ist als rufa.Ich kenne Helicophanta brevipes nur ausgewachsen, und dann weicht sie inihrer Gestalt von einer ebenfalls ausgewachsenen II. rufa nicht ab, und ichbemerke hier nur noch, dass sie besonders in der Ruhe täuschend einem Li-max ähnlich siebt, so sehr, dass in einiger Entfernung die kleine hintenaufsitzende Schale leicht übersehen werden, und die Schnecke von Lieb-habern, welche nur Schalen sammeln, desshalb leicht unbeachtet bleibenkann. Auch ausgestreckt hat sie noch viele Aehnlichkeit mit einer Nackt-schnecke , doch zeigt sich dann die Schale bald und zugleich der Mangel desSchildes. Vorzüglich auffallend erinnert aber diess Thierchen in allen sei-nen Stellungen an die von Taunay in Brasilien entdeckte Parmacella pallio-lum. (Fer. tab. 7. A.)
Die Schale ist durchbohrt, sehr niedergedrückt, das Gewinde äusserstklein, die Naht jedoch deutlich; der dritte Umgang bildet fast allein das ganzeGehäuse, daher es von unten ohrförmig genannt werden kann. Es ist durch-sichtig, zart, glatt, unregelmässig und kaum bemerkbar gestreift, glänzend,braungelb, zuweilen unten ins Weissliche spielend. Die Mündung ist sehrweit, fast ganz horizontal, eyförmig, der Aussenrand weit vorgezogen, scharfund stark gekrümmt, der ebenfalls scharfe Innenrand ist unten etwas vor densehr engen Nabel zurückgebogen. Ueber die weissliche Farbe im Innernder Mündung an alten Exemplaren habe ich bei Hel. rufa gesprochen.
In sehr üppigem Moose am Ufer eines kleinen Baches in einem Vorholz aufRomonten bei St. Gallen entdeckte ich diese ausgezeichnet sonderbare Schneckezuerst 1838 im Anfänge des Juli, lebendig in einem schönen Exemplare; seit-her konnte ich keine mehr finden; nur eine leere, etwas grössere Schale er-hielt ich im Straubenzell, an dem Orte , wo ich II. rufa nicht selten fand.
Nach Herrn Rossmässler müsste also ausser Billafingen , wo sie ebenfallsder ältere Herr von Ferussac im Moose, welches unfern einer Quelle die