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Kreuterbuch desz hochgelehrten unnd weitberühmten Herrn D. Petri Andreae Matthioli
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Das erſte Buch Pet. Andr. Matthioli/

C Dieſe Wurtzel in Wein oder Waſſer geſottten/ vnd getruncken/ zertreibt die win

de/ fuͤrdert den Harn/ dienet zu den gebreſten der Lebern/ Geelſucht vnd Nierenwee.1 das Hixn/ vnd alle Glieder deß Leibs/ innerlich vnd euſſerlich in aller maſſenebraucht. 1 1 55 Die Wurtzel gepuluert/ in ſaurem Wein getruncken/ ſtopfft deß Bauchs vnd derMutter flüͤſſe/ inſonderheit die weiſe ſchleimige feuchtigkeit/ alba menſtrua genannt/vnd ſollens die Weiber nicht allein trincken/ ſondern auch mit dem ſauren Wein kochen/vnd ſich von vnten auff damit baͤhen. Das Puluer heylet auch die ſchwuͤrige/ eyterigeMutter/ in einem ſubtilen Saͤcklen darein geſchoben. ö 5Dioſcorides ſpricht: So man dieſe Wurtzel auß kaltem Waſſer trincke/ benemeſie das auffſtoſſen/ nagen/ vnd beiſfen im Magen. Es muß aber nicht rohe Waſſer ſeyn/ſondern das zuvor abgeſotten/ vnd widerumb erkaltet iſt.Dieſe Wurtzel wirdt zugelegt dem Theriack/ vnd andern Artzneyen/ ſo man wider

das Gifft anrichtet. 3Auſſen. i

So die Weiber in das Waſſer ſitzen/ darinnen dieſe Wurtzel geſotten iſt/ heylet

ſie der Mutter geſchwulſt/ vnd reinigt ſie von allem vnrath⸗ fuͤrdert die Geburt/ vnnd

Roſen. 3 NWeme die Augbraen bloß vnd kaal werden/ der ſtrewe diß Puluer darauff/ oderbaͤhe ſie mit der abgeſotten Brue/ es macht Haar wachſen. äEtliche legen den duͤrrẽ Spick in weiſſen Wein/ ſtellens in einem wol vermachtenGlaß etliche zeit an die Sonnen/ diſtillirens darnach in Balneo Mariæ mit einem klei-nen Fewerle. So mans aber gruͤn moͤcht haben/ were nicht von noͤten diß in Wein zulegen. Dochiſt es ein edel Waſſer zu allen obgedachten Gebreſten/ ſonderlich fuͤr den

Schlag vnd onmacht/ getruncken/ vnd die Pulßadern damit beſtrichen.p Dieſer koͤſtliche Nardus heiſt Lateiniſch Nardus Indica. Arabiſch Stumbel.

Spaniſch Azumbar. Frantzoͤſiſch Aſpic de outre mer. Welſch Nardo. Behmiſ ch Nar-dus Indiansk. 5 N 1

Jon Leluſchem Bardo. Cap. VI.CV

e Eleiſcher Narduskwechſt am Welſcklandt auff dem ge-5 e 88 birge Liguriæ, deßgleichen auch im Deutſchlandt auff etlichen hohen8 8 Bergen in Tirol/ Kernten vnd Steiermarck/ nicht feren von Juden-burg. Iſt ein kleines gewechs/ hat langlechte/ bleichgelbe Bletter/ ei-8 nen duͤnnen vnd kurtzen Stengel/ gelbe Blumen/ ein geſpitzte wurtzel

8 mit vielen angewachſenen/ duͤnnen/ wolriechenden zaͤſerlen/ wie diß ge-maͤld augenſcheinlich darthut. 3 e

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Diejrren nicht wenig/ welche diesen geltiſchen Nar dum, vnd Saliuncam, das ſt 5 0

Seliung/ für ein ding achten. Bewegliche vrſachen hab ich angezeigt in meinen Latei-niſchen Commentariis in Dioſcoridem, vnd im erſten Buch meiner Epiſteln. Dahinweiſe ich den gelerten Leſert.

Neben deß Autoris Figur/ hab ich ein andere art deß Celtiſchen Nardi geſetzet/Welche der H. Cluſius in ſeinen ſtirpibus Pannonicis lib. z. cap. 12. beſchreibt. Dieſer7 ſeind mit etlichen Bletlin beſetzet/ haben auch kleine nebenaͤſtlin mit mehr

Auch iſt allhier der Eirculus abgemalet/ mit welchem der Nardus Celtica eben ſo

wol noch bey vnſern/ als zu Dioſcoridis zeiten/ gefelſchet wirt/ wie in Aromatum hiſto-

ria D. Garciæ lib. i. cap. zj. der H. Cluſius ſolches/ als er es ſelbſt obſeruiert/ anbeagt6 N em