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Niderlands Beschreibung in welcher aller darinn begriffnen Landtschafften, Fürstenthumben, Graveschafften, Herrschafften, Bisthumben, Abteyen, Stetten, Schlössern, Vestungen, Flecken und namhafftigsten Oertern Ursprung und Auffgang eigentlich erklärt wirt : darneben von der Einwohnern Natur und Eigenschafften, Sitten, Gebreuchen, Policeyen, Ständen, Satzungen, Statuten, Privilegien und Regiments Ordnungen, Gewerben und Handlungen ec. sonderlich aber von der Statt Antorff zu Meer und Landt in alle Welt handtierende. Item von fürnemmsten Kriegen, Schlachten, Thaten und Geschichten: Herkunfft der fürtrefflichen Männern und Geschlechtern: Neuer Künsten erfindungen. Von dem Meere, gefahrlichen Schiffarten und mehrerley namhafften Sachen / erstlich durch ... Ludwig Guicciardin ... biss auff das M.D.LXVI Jar zusammengetragen ... verdeutschet durch Danielen Federman
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Friesen haben:allzeit die Frei,heit geliebt.Friesen haben:sich vmb jrFreyheit dapf.fer gewehrt.Friesen zumChristlichenGlaubenkommen.

Beschreibung des Erießlands vnd mehrerleycejsatz(wie sie selbst bezeugen) biß auff die zeit Bapst Pij des andern gehalten.Nichts desto weniger regieren vnd halten sie sich an jetzo in dem/ wie wirandere. Haben die Freyheit sehr lieb vnd dieselbige zubeschützen achten siedz leben nicht/ inmassen so sie etwann von newen Herren vbergweltiget/ oderaber durch die jren selbs vbel gehalten worden seind/ haben sie sich allzeit auf-rührisch gemacht/ vnd inen mit Schwertsgewalt Recht halten lassen.Der erste welcher diese Völcker vnter den Römischen gewalt gebrachthat/ war Drusus Germanicus/ vnd als er die Feinde bestritten/ ist er in den-selben Landen tödtlichen abgangen: Derhalben sich die Frießländer alsobald auß dem Joch widerumb erlediget. Und ehe sie volgents wider vonnewen zu der gehorsam bezwungen wor-den/ hat sich gar lange zeit verloffen/ vnndden Römern ein grossen Schatz vnnd vielBlut gekostet. Darnach seind sie nach ab-fahl des Römischen Keiserthums vnterte herrschung der Frantzosen kommen/ a-bald darnach haben sie sich wider gechner weiß in Freyheit gesetzt/ vnd einenFürsten vnter inen selbst erwehlt/ den sie einweil König ein weil aber Hertzog genen-net. Haben darnach angefangen zu erkennen/ den Christlichen Glaubendurch die Predigen des H. Clementen, so zuuor S. Wilibrodus geheissen, bißauff die zeit des Caroli Martelli: vnndwar die Religion durch ein verloffnenzufahl hefftig zugenommen/ nämlich: Alsgedachter Carolus mit viel mühe/ kostenvnd Henschen Bluts den Rabodum freFürsten vberwunden vnnd vbergwalti-get/ hat er jme letstlichen gantz gütiglichverzigen/ vmb das kurtzlich daruor seinerSchwester eine sich mit seinem leiblichenBruder vermehlet gehabt: vnd auch dzer sich gegen jme rewleidig erzeigt/ vnndund zugesagt/ sich zu einem Christen zu machen. Nun begabgewißlich gelobes sich da jne der Bischofe Wilfrangus tauffen wolte/ vnd Rabodus den ei-nen Fuß schon im Brunnen hette/ fragt er den Prelaten/ wo von seinen abge-storbnen mehr weren, eintweder in der Hellen, oder aber in dem Paradeiß:antwortet der Bischofe: In der Hellen/ dann sie seind nicht getaufft worden.Da hat der Fürst alsbald seinen Fuß wider zu ruck gezogen/ vnnd lachenderweiß gesagt: Ich will vil lieber dahin fahren da ich mehr Freundschafft vndFreund habe dann anderst wohin/ vn hat sich also nicht tauffen lassen/ Aberbald darnach hat er zum theil seinen verdienten lohn empfangen: dann zuaußgang dreier tagen/ als er auff das Gejegde geritten/ ist er gar gehling abdem Pferd auff die Erden gefallen, also das er bald darnach mit grossemschmertzen solches fahls wegen gestorben. Demnach aber nun dieselben Heid-nische Völcker solches für ein Wunderzeichen Gottes/ vnnd gentzlich darfürgehalten/ Gott habe jren Fürsten dermassen gestrafft/ vmb das er die Tauffveracht hat/ derwegen sie sich mit grosser andacht ohne verzug Tauffen ha-ben lassen/ seind aber in dieser meinung nicht lang verharret/ sondern diesel-big offt leichtfertiger weise verkeret, inmassen das sie erst nach etlichen alternden rechten waren Gottesdienst zupflantze angefangen/ vnd sich allermassenvnter die gehorsam der Frantzosen begeben haben: offtermals auffrührischgewesen,