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Niderlands Beschreibung in welcher aller darinn begriffnen Landtschafften, Fürstenthumben, Graveschafften, Herrschafften, Bisthumben, Abteyen, Stetten, Schlössern, Vestungen, Flecken und namhafftigsten Oertern Ursprung und Auffgang eigentlich erklärt wirt : darneben von der Einwohnern Natur und Eigenschafften, Sitten, Gebreuchen, Policeyen, Ständen, Satzungen, Statuten, Privilegien und Regiments Ordnungen, Gewerben und Handlungen ec. sonderlich aber von der Statt Antorff zu Meer und Landt in alle Welt handtierende. Item von fürnemmsten Kriegen, Schlachten, Thaten und Geschichten: Herkunfft der fürtrefflichen Männern und Geschlechtern: Neuer Künsten erfindungen. Von dem Meere, gefahrlichen Schiffarten und mehrerley namhafften Sachen / erstlich durch ... Ludwig Guicciardin ... biss auff das M.D.LXVI Jar zusammengetragen ... verdeutschet durch Danielen Federman
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nam̄hafften SachencexxijVon einer Wundergeschicht.S ligt ein halbe Heilen von dem Hage einNonnen Kloster von S. Bernharts Ordendie Losdune genannt/ alda ein KöniglichesGrab der Gräuin Wagarethen mit einem Epita-phio ist. Vnnd dieweil Erasmus vnnd Johannes3. JuliLudwig Viues/ auch andere berühmpte scribentenin jren Wercken zu andern frer meinungen von disersach meldung thun/ will vns viel mehr gebüren et wzKellers.weitleuffigers dauon zuschreiben/ dann andern/ wieVotre pèrebald hernach beschehen wirt: Erstlichen aber wöl-len wir die vrsach solcher Histori beschrieben/ die lan-Ce-Mêmetet also: Es begab sich das für die wol ernennteGräuin Margarethen des Florentij Grauen inn Holandt vnnd Seelandtvnd seines Gemahels Matilden Tochter/ ein armes weib mit zweien kindlinvon einer geburt, das Almusen zu bitten erschinen. Sie Gräuin aber hatir nichts gegeben/ sondern noch sie darzu verspottet/ verachtet/ vnd mit bösenworten außgehandelt/ sagende: Wasmassen kein weibe zwey kinder in einergeburt von einem Mann allein haben könne/ es seye dann das sie zweier Manngeniesse/ und demnach das ein Kindlein vnehelich müsse sein. Als nun dasarme frewlein sich also verschmecht vnd darzu ohne einige Gaab befunden,hat sie Gott den Herren gebetten/ er wolle durch sein Göttliche genad ir vn-schuld in dem an tag geben/ vnnd zum zeichen verhengen/ das die Graͤuin sodazumal schwanger war/ so viel kinder gebären solte/ als tag im Jar weren:Welches volgends beschehen: dann zu ende etlich verloffner zeit/ hat die Grä-Gränin vonuin drei hundert vier vnd sechtzig Knäblein vnnd Meidlein geboren/ welche Holand gebä-664. Kinder inin der grösse(wie man sagt) wie die junge Hünlein/ vnd alle lebendig gewe-einer tracht.sen seind/ auch von dem Bischofe Guidone suffraganeo getaufft worden/nämlich die Knäblein Johannes vnd die Meidlein Elisabet genennet: vnddarnach allgemach nach einander, vnnd zu letst sampt der Muter mit todtabgangen/ vnd in obberührtes Grabe zusammen geleget darauff hernachstehendes Epitaphium begriffen:Illustris Domini Florentij, Comitis Hollandiae filia, cuius materfuit Mathildis, filia Henrici Ducis Brabantiae, fratrem quoque ha-buit Gulielmum Alamaniae Regem: hęc praesata Domina Margare-ta, anno Salutis millesimo ducentesimo septuagesimo sexto, aetatis suęanno quadragesimo secundo, ipso die parasceues, hora nona ante me-ridiem peperit instantes uiuos promiscui sexus, numero trecentos sex-aginta quatuor, qui postquam per uenerabilem Episcopum Domi-num Guidonem suffraganeum, praesentibus nonnullis proceribus& magnatibus in pelui quadam Baptist sacramentum percepissent.& masculis lohannes, foemellis uerò nomen Elisabeth impositum fuis-set, ipsorum omnium simul cum matris animae ad Deum aeternalitetuicturae redierunt: corpora autem sub hoc saxo requiescunt,Von Schangen.Thangen ist an den eussersten theilen des Holands gegen Mitternachtzu gleich drey Meilen von Alckmeir vnnd Wedenblick gelegen/ eingrosses schönes Dorff/ vnd hat ein feines Schloß.T iii