Artoser guteKriegsleut.
Grundstifftungder StattCambras.
Beschreibung des Lands ArtoiseexciDie Völcker dieses Landts Artois seind vorzeiten sehr Reich gewesen,vnnd den Kauffmannsgewerben obgelegen, Dieweil sie aber durch souielKriegen beschediget vn zu Armut gebracht worden/ haben sie sich fast auff deKriegen begeben/ in welchen sie zu Rossz vnd Fuß gute Proben thun. Seindjrem Fürsten gar getrew vnd der Frantzosen Erbfeinde. Reden gemein-lich die Frantzösisch Sprach/ aber grob vnd Bewrisch: Wiewol nun aber dievom Adel vnd etlich andere stattliche Leut besser vnd zierlicher reden.Dieses Land Artois ist zu jederzeit mit Kriegsleuffen beschwert gewe-sen/ vnd sonderlich dieweil es ein Frontiern gegen Franckreich ist/ vnnd auchvon wegen das es mehrmalen Herrn verkehrt hat. Es war erstlich vorzei-ten bey den jüngern alter zu der Graueschafft Flandern gezogen vnd einge-leibt bey Regierung des Keisers Caroli Calui Königs in Franckreich/ da erFlandern für Judith seiner Tochter Heurathgut/ dem Balduino von Ar-denna ersten Grauen derselben Pronintz gegeben. Also ist es gestanden,biß das Graue Philippus Elsatius dem Printz Philippen de andern SohnKönig Ludwigs des sibenden in Franckreich/ zum Heurathgut der Isabel-la seiner Schwester Vargarethen Tochter/ welche er zu der Ehe genomen,das gantz Flandern Occidental/ so bey dem vorgemelten Graben/ da sich Ar-tois scheidet, anfahet vnd sich in Piccardey geendet hat, gegeben. Solcheabsönderung welche der Graue auß seinem selbs gewalt wider den willender Staden in Flandern gethan/ hat hernach vrsach geben vilerz witrachtvnd Kriegsempörungen zwischen den Frantzosen vnd den Flämischen: danndie König von Franckreich haben darnach immerdar gesucht mit mehrer-ley schein den Grauen von Flandern, etwas ab vnd einzunemmen. Nun a.ber hat König Philippus Augustus(wie Paulus Emilius bezeugt) letst-lichen im Jari 198. das Landt Artois mit den Stetten Arras/ S. Omer/Lens/ sampt dem vberbleibenden theil vorberürter Occidentalischer Land-schafft zu einer Graueschafft gestifft, vnnd solche Graueschaft alsdann sei-nem Sohn Philippen als ersten Grauen zu Artois vbergeben: vnnd dieserPhilippus war S. Ludwigs des Königs in Franckreich Vatter. Darnachso hat gedachter S. Ludwig solches Land vnnerendert vbergeben Rubertoseinem Bruder, welcher die Graueschafft größlich gemehret vn erweiterthat: Jedoch aber vil mehr sein Sohn Hubertus/ der nach jme an das Regi-ment kame. Dergestalt ist Artois von Flandern abgesöndert im schwunggeblieben, biß das Ludwig di Mala Grauein Flandern/ die GraueschafftArtois im jar1382. von Margaretha auß Franckreich seiner Muter erblichbekommen hat. Vnd als es dermassen einhundert vier vnd achtzig Jar ab-gesondert gestanden/ war es glückseliglichen widerumb zu dem Hause Flan-dern gefallen. Volgendts als Hertzog Carl von Burgund mit Todt ab-gienge/ ward es von newem angefochten/ vnnd durch Ludwigen den eilff-ten/ König in Franckreich im Jar 1477. eingenommen. Jedoch aber zuletst ist es innhalt des vertrags/ welcher im Jar 1493. zwischen Maximilia-no vnnd König Carlen dem achten auffgerichtet war, dem Philippo Erz-hertzogen zu Oesterreich widerumb eingeraumet worden. Gegenwirtigerzeit ist es in Nammen des König Philippen Gubernirt/ durch vorgedach-ten Grauen von Egmont/ welcher Gubernator in Flandern ist.Von Cambrai.SAmbrai ist/ wie Johannes Meier, vnd andere newe scribenten melden,gegrundtstifftet vnnd also genennet worden von Cambro König derCambrier vnd Tongriern Belgici: vnd nach Pauli Emilij vnd anderer be-wer-