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Niderlands Beschreibung in welcher aller darinn begriffnen Landtschafften, Fürstenthumben, Graveschafften, Herrschafften, Bisthumben, Abteyen, Stetten, Schlössern, Vestungen, Flecken und namhafftigsten Oertern Ursprung und Auffgang eigentlich erklärt wirt : darneben von der Einwohnern Natur und Eigenschafften, Sitten, Gebreuchen, Policeyen, Ständen, Satzungen, Statuten, Privilegien und Regiments Ordnungen, Gewerben und Handlungen ec. sonderlich aber von der Statt Antorff zu Meer und Landt in alle Welt handtierende. Item von fürnemmsten Kriegen, Schlachten, Thaten und Geschichten: Herkunfft der fürtrefflichen Männern und Geschlechtern: Neuer Künsten erfindungen. Von dem Meere, gefahrlichen Schiffarten und mehrerley namhafften Sachen / erstlich durch ... Ludwig Guicciardin ... biss auff das M.D.LXVI Jar zusammengetragen ... verdeutschet durch Danielen Federman
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und mehrerley namhafften Sachen.exciiiinach in Latinisch Saltus Carbonarij von der lengst hienor gedachten Wild-nuß vnd Walde Carbonaria: Nach diesen war sie genannt das nider Picar-dey/ vnd letstlichen in Lateinisch Hannonia, vnd inn Frantzösisch Hainault, et-lich schreiben von Hannone Troianer, vnd andere von andern vhralten per-sonen/ aber für diese meinungen alle wirt für gewisser gehalten, das dieseLandtschafft den Nammen geschöpfft habe von dem Fluß Haina/ welchermitten dardurch laufft. Nun laßt vns jren Situm und Landtsgelegenheitbeschreiben:Das Landt Hainault oder Hennegaw stoßt gegen Mitternacht anBrabant vnd Flandern: Gegen Mittag an Champigna und Piccardey:Gegen Auffgang zum theil an die Graueschafft Namur/ zum Theil aber an Grentzen desLands.das Bistumb Lüttich: Vnd gegen Nidergang grentzt es zum theil mit derSchelde/ und zum theil mit dem Welschen Flandern. Sein begriff trifft indie lenge bey zwentzig Meilen/ vnnd in die breite sechzehen. Ist wegen des Lange vndLuffts vnd Landtgrunds ein treffenlich Landt: Wirt mit mehrley Was- biette desserflüssen beflossen/ als namlich von der Schelde/ Sambra/ Denre vnd an- Lands.dern mindern Flüssen. Hat ein vberflußvon seen/ Weyern vn̄ lebendigen Brunnen. So hat es viel schöne Wälde vnndWildnussen/ deren die fuernem̄sten seinddie vorbeschriebnen/ Normault vnd S.Amant. Gleichergstalt hat das LandtHennegöw vberflüssige lustige Wiesen,Watten und Weidenen/ mit allem Ge-schlecht Viezzucht/ vnnd sehr voll mitmehrerley Fruchtbäumen/ vnnd für alleding gibt es gar gut herrlich Korn vnndWeitzen. Neben dem hat es an mehr ohr-Eysen vndBley Berg-ten Eysen unnd Bley Bergwerck/ vnnd werck Stein-Steinbrüch/ da man mehrerley schöne brüch-Bawstein/ ja so gar die Prob oder Streichstein/ so die alten Inder genennetfindt. Von diesem Ohrt werden auch mehr Länder mit gutem lebendigenKalch versehen. Fehrner so hat es auch tieffe Stein Bergwerck/ da man dieschwartzen Stein zum Brennen bekompt, gleich wie vmb Lüttich, so man Steinkolen,Steinkolen nennt/ seind aber nicht so gut/ vnd haben ein sterckern geruche.In gedachter Landtschafft seind dieser zeit vorhanden/ vier vnnd zwen- Stettin Hen-tzig vmbgemawrte Stett/ namlich: Bergen/ Valensin/ Bouchain/ Quesnoi/ negöw.Landresi/ Auenes/ Cimai/ Marienburg/ Philippenille/ Beaumont/ Wabu-ge/ Bauais/ Bins/ Reus/ Soigni/ Breine le Conte/ Enghien/ Halle/ Lessine/Cheure/ Atte/ S. Guillein/ Conde und Leuse: vnd von Dörffern werden ge=Dörffer desLands Hen.zelt ob die neunhundert vnd fünfftzig/ ohne etlichen Schlössern vnnd Herrnegöw.schafften.Es hat die Graueschafft Hennegö w viel herrlicher Wirdigkeiten/ als Wiedigleitendises Lands.nämlich: ein Fürstenthumb/ acht Graueschafften/ zwölff Pares/ das seindFrey Fürsten/ zwo und zwentzig Frey Herrschafften/ sechs vnd zwentzig Ab-teyen/ ein Marschall/ ein Seneschallen, ein Jegermeister, einen Ciamberlan/vnd andere Fürstliche Amptuerweser, welche von dem Fürsten erblich be-setzt/ vnd solche Aempter den fürnemesten Herrn des Landts gegeben wer-den: Ist zwar ein fein loblich vnd nutzlich Ländlin. Nun wöllen wir zuder außführlicher Beschreibung greiffen/ vnd erstlichen die Edel Hauptstatdes Lands Bergen erklären.Bbiij