Band 
Erster Band.
Seite
55
JPEG-Download
 

Neue Volksgenossenschaften: Alainannen, Franken, Goten. 55

reichs bildete, wie unterhalb Koblenz. Seitdem hieß mich jenes Gebiet nicht mehr das „Zehnt-gebiet", sondern Alamannien. Um das Jahr 400 durchbrachen endlich die Alamannen auchdiese Grenze und besetzten die Gegenden, welche heute das Elsaß und die deutsche Schweizbilden, die hierdurch ihre jetzige Bevölkerung erhielten und die Signatur römischer Herrschaftund Kultur fast völlig verloren.

Was die Alamannen am Oberrhein, das thaten die Franken am Mittel- und Nieder-rhein. Unter dieser Benennung (das heißt wol „die Freien"; — ihre Waffe, die Franziska,hat eher den Namen von ihnen, als sie von ihr) waren die ursprünglich nicht näher ver-wandten, zu einem Bündnis zusammengetretenen Sugambrer, Bataver, Tenchterer, Usipier,Chamaven, Amsivaren, Chatten und Brukterer zusammengefaßt; jetzt unterschieden sie sichhauptsächlich in salische und ripn arische Franken, während die Chatten, später die Hessen,eine besondere Gruppe bildeten. Schon 264 fielen, von den Sachsen über den Rhein gedrängt,die Salier nnd Ripuarier in ihr späteres Reich, in Gallien ein, dienten zu Lande zunächst denRömern, machten um 280 als Seeräuber das Mittelmeer unsicher und herrschten am Ende

>»si AMM sLs

MW

Burguiidische Münzen. Originalgröße.

1. Nachahmung eines Gold-Solidus von Leo I. (457—474), in Ravenna geprägt. 2. Nachahmung einer Silbermünze von Theodosius I.(379—395), in Trier geprägt 3. Nachahmung einer Silbermünze von Valentinian II. (375—392), in Trier geprägt. 4. Nachahmungeines Gold-Solidus von Anastasius I. (491—518) mit dein Monogramm Sigismunds (516—523). 5. Kleine Silbermünze von Gundobald.6. Nachahmung eines Gold-Solidus von Anastasius I. (491—518) mit dem Monogramm von Gundobald (500—516). 7. Nachahmung

eines Gold-Triens von Justin I. (518—527) mit dem Monogramm von Sigismund (516—523).

(Nr. 1—5, 7 Rumism. okron. XVIII. Nr. 6, 8 kgl. Münzkabinett in Berlin.)

des dritten Jahrhunderts unbestritten in den nördlichen Niederlanden, in der Mitte des viertenauch am linken Rheinnfer bis unterhalb Kleve. Im fünften gehörte ihnen bereits das linkeRheinnfer bis Mainz; die Römer waren also für immer vom Rheine abgedrängt. Denngleichzeitig hatten auch die Burgunder dort Fuß gefaßt, indem ihnen Rom schon 413eine Strecke am linken Ufer des Flusses abgetreten hatte; es war dies die durch das tragischeSchicksal, welches ihr Attila bereitete, und noch mehr durch die Sage und Dichtung von denNibelungen berühmt gewordene Gegend von Worms. Teile der Franken, namentlich der Chatten,blieben rechts vom Rheine zurück.

Ein selbständiger Zweig der Germanen im weiteren Sinne neben Deutschen und Skan-dinaviern waren die Goten oder Ostgermanen. Sie bildeten einen Verein vieler kleinererVölker, unter denen zwei als die bedeutendsten hervorragten: die Greutungen (Steppenleute)oder Ostgoten und die Terwingen (Waldleute) oder Westgoten. Die übrigen waren dieWandalen, Gcpiden, Hernlcr, Rngier, Skiren, Turkilingen, Taifalen, Viktofalen nnd andere.Wir finden die gotischen Völker zur Zeit des Tacitus an der deutschen Ostseeküste, am Ende