Erläuterung zum Bauriß des Klosters St. Gallen.
Der unter den, Abte Gozbert (8(6—857) entstandene Plan, dessen Urheber unbekannt ist, befindet sich in der Stirtsbibliatlmkzu 2 t. Gallen. Er besteht aus vier zusammengenähten pergamenistücken, ist (05 Lentim. lang, 75 Lentim. breit aufaerollt mek^^beschädigt und verwischt. Die Rückseite wurde von. einem Mönche mit dem Leben des hl. Martin beschrieben diese Arbeit" antdem Plane selbst fortgesetzt und zu diesem Zwecke auf der linken untern Ecke die Linien eines Gebäudes und die dessen Bestimmunaangebenden Zeilen ausgekratzt. Die Ausführung des Planes, auf dem Norden links, Osten oben ist, geschah, der Bodenverhältnisse rveaennicht genau nach demselben; die zuerst in Angriff genommene Kirche wurde 822—829 gebaut. Nach dem Plane zeigt die aesamteKlosteranlage eine Länge von H30, eine Breite von 500, die Kirche eine Länge von 200, eine Breite von 80 Fuß. Die Kirche batzwei Lhöre lind zwei Tribünen mit den Altären des hl. Paulus im Osten und des hl. Petrus im Westen, chr letzterer Geaend. —^mine, ohne Zusammenhang mit der Kirche, welche zu oberst Kapellen und Altäre der Srrenael
stehen zwei runde Türme, ohne Zusammenhang mit der Kirche, welche zu oberst Kapellen und Altäre der Erzeuge? Michael^undGabriel tragen. Das übrige erklärt das dem Plane beigegebene Blatt. Die auf demselben eingetragnen Verse, welche die Bestimmunader einzelnen Gebäude anzeigen, sind, nebst deutscher Übersetzung, in alphabetischer Reihe folgende:
(Kirchenpforte für das Volk):
^.äveniens ackiturn popnlns bie cunctns babebrt.
Alles ankommende Volk wird bier seinen Zugang baden.
(Altar des Erlösers):
Lrux pia vita salus miseri^ue rsclemptio munäl.
„ . Das heilige Kreuz, das Leben, das Heil, und der sündigen Welt Erlösung.
(g.aufstein): Loce renascentes susceptat Lkristus alumnos.
Sieh', bier nimmt Lbristus aus die wiedergeborenen Söbne.
(Kirchenthüre für Gäste und Schüler):
Dxiet bic lrospes vel tempti recta subidit:ckiscentis scolas pulcbra juventa simul.
Hier geht der Gastfrennd ab oder tritt in die Hallen des Tempels,und der lernenden Schul' blühende Jugend zumal.
(Kornspeicher): I^ruZibns bac instat cunctis labor excutienäis.
Hier wird für jegliche Frucht des Dreschens Arbeit verrichtet.
(Gasthaus für vornehme Fremde):
.. . , Dies Haus auch ist bestimmt, zu empfangen gastlich die Freunde.
(Äußere Schule, von einem Zaun umgeben):
Nase yuogus septa premunt cliseentis vota juventae.
Dieser Zaun schränkt ein die wünsche der lernenden Jugend.
(Haus der Handwerker):
Hase sub se teneat iratrum c^ui teZmina curat.
Hier soll walten der Mann, der die Kleider der Brüder verfertigt.
Hano caclLverL fratrum,
Airche)?^'^ «nrden Schaff
Hier wird vom Friedcir der Welt die frohe Botschaft verkündet.
Hie taetas servabis eguas tenerosgus cadallos.
Hier bewahrt man die trächtigen Stuten und die zarten Füllen.
(Speicher und Fruchtdarre):
bLic inuro tsctnm imposituw patet atlpie columnis.
Hier steht eine auf Mauer und Säulen ruhende bedeckte Hatte offen.
(westl. vorhof): Hie parackisiacum sins tecto sternito campum.
Hier lege man ohne Bedachung den vorhof an.
(Altar des hl. Paulus):
(Gasthaus für Pilger und Arme): ^ ^
Hier erfreut sich die Schar der Pilger freundlichen Obdachs.
(Altar des hl. Petrus): i ^
Reiche Ehre erfährt hier Petrus, der Hirte der Kirche.
(Gemüsegarten): Hie plantata kolerum pnlclire nascentia vernant.
Hier grünen die hübsch aufwachsenden Gemüsepflanzungen.
(Gesindehaus): Nie re^uiem inveniat kamulantium turba vlcissim.
Hier finde auch die Schar der Dienenden Ruhe.
(Ostl. vorhof): Hie sine äomatibus parackis! plann parantur.
Ohne Bedachung lverden hier die Ebenen des Vorhofs angelegt.
(Bäckerei und Brauerei für die Brüder):
blio vietus lratrum eura traeretur nonesta.
Bier wird nrit Sorgfalt die einfache Nahrung der Brüder bereitet.(Fritbof): Inter li§na soll baee semper ssnetissima erux sst,
in ciua perpetuae poma salutis olent. (Forts. s.: baue eireum . . . .)
Unter des Bodens Holz das Kreuz ist das heiligste immer,denn die Früchte des Heils duften ja ewig auf ihm.
(Ochsen- und pferdestall)^ ^ äoinus at^ne caball'
Dieser Stall beherbergt Ochsen und Pferde.
(Ziegenstall): Ista äomus eunetas nutrit servatgue eapellas.
^ Dieses Gebäude ernährt und bewahrt alle Ziegen.
(Schweinestall): Iste sues loeus enutrit eustoäit ackultas.
Dieser Ort zieht die Ferkel auf und bewahrt die Alten derselben.(Kirchenzugaiig für> das^Volk)^ ^ x b' tet I - I
ouo sua vota ferant, uncko bilares roäeant.
Allem Volk dieser Weg zum heiligen Tempel steht offen;wenn sein Gelübd' es gebracht', kehr' es erheitert zurück.
(Hof des Abtes): Saepibus in A^rum ckuetis sie einxitur aula.
Rings mit sicherem Zaun wird die Wohnung des Abtes umgeben,(presbyterinin über der Krypta):
Lancia super criptam sanetorum strueta nitebunt.
(Frithof):
(Kubställe) .-(Schafstall) :(Kanzel in der
(Stuterei):