Band 
Erster Band.
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Erläuterung zu dem Mimaturviu dem von Kaiser Otto m. dem Dom zu Aachen geschenktenEvangelirnbuche.

von: Mönch Lothar angefertigt und überreicht, laut der Widmungsinschrift: HOLVILKO KIM LOK VONIR 118 lAvv^'r orvo czvvlvi VK viiiin/tRioDv 8v3LvkI88bl NVIVlvds'bO. („Gott wolle dir, erhabener Btto, das Herz mit diesemBuche erfüllen, welches du von Lothar empfangen zu haben, eingedenk sein mögest.")

Dtto III. auf dem Thron in einer Mandorla*); über ihm das Kreuz und dieHand (Lottes, welche die Krone auf das Haupt des durch die bartlose, jugendlicheBildung des Gesichts charakterisierten Kaisers setzt. Rechts und links davon die Symboleder vier Evangelisten, welche den Kaiser mit einem Bande, welches symbolisch für dasLhristentum gedacht, oder auch als Pallium verstanden werden kann, umschlingen.In der Rechten hält der Kaiser den Reichsapfel, vor bezw. unter dem Throne liegteine weibliche Gestalt, die wohl Haß und Zwietracht, als durch das Thristentum über-wunden, oder auch die Erde als Trägerin der Herrlichkeit des Kaisers darstellen soll.Zu den Seiten des Thrones zwei Fürsten, welche durch die Paniere, die sie tragen,als Lehnsherren charakterisiert werden Im Vordergründe links zwei Krieger mitSpeer und Schild, rechts zwei Bischöfe: Vertreter der weltlichen und geistlichen Macht.

Die Tracht aller Figuren ist noch die römische, nur die Fußbekleidung aus-genommen. Die Bischöfe tragen über der roten Lasula das mit schwarzen Kreuzenbestickte weiße Pallium. Dasselbe, in der römischen Kirche ursprünglich vom Papstallein getragen, wurde von diesem seit Ende des fünften Jahrhunderts auch an her-vorragende Lrzbischöfe als Auszeichnung verliehen. Es wurde aus weißer wolle ge-webt, die von zwei in S. Agnese geweihten, von Nonnen aufgezogenen Schafen her-rührte und an den vigilien") der Apostel S. Petrus und Paulus die Nacht hindurch aufdas Grab derselben niedergelegt wurde, wodurch sie die Weihe erhielt. Das erzbischöf-liche Pallium war fast durch das ganze Mittelalter etwa 7 Tentimeter breit, die Farbeder eingewirkten Kreuze wechselte von Schwarz zu dunkelrot, Purpur und wiederSchwarz.

Die Bischöfe haben, nach Art ches zo. und ff. Jahrhunderts, noch keine Inful(Bischofsmütze).

Das. Bild ist eine veranschaulichung der Würde des Kaisertums.

») Mandorla ist die in der mittelalterliche» Kunst häufig vorkommende, teils stumpf-, teils spitz-ovale,mandelförmige Glorie. Die süße, in einer harten Schal- liegende Frucht der Mandel galt als Symbol derMenschwerdung.

**) Der bestimmten hohen Kirchenfesten vorhergehende Tag.