Band 
Erster Band.
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178
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178 Zweites Buch. lll. Relchsv erfasse: ng, Rcichsreglernua und Rechtspflege.

zum Sitze des Papstes empor; die Kaiserin folgte ihm. Zusammen brachten sie ihm Brot,Wachslichte und Gold. Allein für sich aber brachte der Kaiser Wein, und die Kaiserin Wasser,mit denen an jenen: Tage das Meßopfer vollzogen ward. Sodann kehrten sie auf ihren Platzzurück. Als aber die Prüfatio begann, zog der Kaiser das Plnviale aus und legte seineneigenen Mantel an. Sobald die Pax gereicht ward, stieg er znr Kommunion hinauf, bekleidet

mit seinen: eigenen Mantel, und die Kaiserin bekleidete ihn. Nachdem sie die Kommunion

empfangen, kehrten sie wieder auf ihre Plätze zurück.

Nach Beendigung der Blesse trat der Pfälzgraf auf den Kaiser zu und zog ihn:

die Sandalen und Strümpfe aus, legte ihm die kaiserlichen Schuhe und die Sporen desh. Mauritius an. Nachdem sie die Kronen empfangen hatten, folgten sie dem Papste derReihe nach bis zu den Rossen, von ihren Führern begleitet. Als der Papst zu Pferdestieg, hielt der Kaiser ihm den Steigbügel, setzte sich die Krone auf und trat in die

Prozession ein. Der Kaiser folgte den: Papste mit seinen Begleitern, und dem Kaiser dieKaiserin mit ihren Begleitern. Dann folgten die übrigen Barone. Alle Geistlichen der Stadtsangen jeder an seiner Stelle, wie es Sitte war, Lobgesäuge; auch die Juden an ihren Orten.Die Stadt war bekränzt worden, alle Glocken lauteten, Kämmerer des Kaisers gingen vorausund folgten nach, damit der Zug der Reiter nicht gestört wurde, und warfen Münzen aus.Sobald sie zum Aussteigeplatz gelangt waren, stimmte der Kardinalprivr von St. Lorenzo denLobgesang an, wie es Brauch war, und die übrigen respondierteu. Darauf stieg der Kaiser abund hielt, nachdem er die Krone abgelegt, den: Papste bei»: Absteigen den Steigbügel. Dannwurde der Papst von: Kaiser und den: Stadtpräfekten in die Kammer des größeren Palastesgeführt, wo sie sich trennten. Die Kaiserin aber wurde zur Kammer der Kaiserin Juliageleitet, wo sie mit den Bischöfen und Baronen speisen mußte. Die Kämmerer des Kaisersmit dem Kämmerer des Papstes gaben allen Ständen des Palastes Geschenke, während derPapst und der Kaiser in ihren Kammern ruhten. Darauf speiste der Kaiser, znr Rechtendes Papstes sitzend, die anderen saßen jeder an seinem Orte. Nach dem Essen stand einerder Diakonen, dem es der Archidiakon befohlen, auf und las die Lektion; danach standendie Sänger auf und sangen nach ihrer Gewohnheit. Nach den: Gesänge erhoben sich allemit Danksagung. Der Papst ging in seine Kammer zurück, der Kaiser aber nach der Kammerder Julia." --

Eine geordnete Finnnzverwal tu ng kannte das mittelalterliche Reich nicht. Dieweltlichen Freien ließen sich immer noch nicht besteuern, und die Unfreien hatten eben nichtszu versteuern, sondern nur Dienste zu leisten. Die Einkünfte des Reiches flössen ausden Einnahmen der königlichen Güter, zu deneu ganze Städte, Dörfer und zahllose Weiler,Königshöfe mit Schlössern, Bauernhöfe, sowie Alpen, Weiden und Waldungen gehörten;ferner aus den Zehnten der den: Könige gehörenden Kirchen, anS der Regalieusperrc gegenabgefallene geistliche Fürsten, aus deren Abgaben für Erteilung der Investitur, in dringendenFällen auch aus den Reichsstenern der Kirchen. Weitere Einkünfte brachten die Erträgeaus den Bergwerken und Salinen, welche Monopol waren, aus den Friedeusgeldcrn undBannbnßen, aus Konfiskationen des Gutes Geächteter, aus Zöllen und Weggeldern, den:Jagd-, Fischerei-, Münz- und Marktrechte. Dazu kamen die Ehrengeschenke fremder Fürsten,sowie aller derer, die sich in ihren Angelegenheiten an den König wandten, endlich die Tributeder unterworfenen Völker, namentlich der Slawen, iS. kill). An Ausgaben ersparte das Reichindes gar manches durch die den Unterthanen obliegenden Dienstbarkeiten und Lasten, welchenamentlich in der Verpflegung des Hofes auf dessen Reisen und deS Heeres auf dessenZügen bestanden.

Dagegen erforderten die Kriege, die Reisen, die Hofhaltung, der Bau von Schlössern n. s. w.oft sehr bedeutende Ausgaben. Ottos des Großen Hof brauchte z. B. täglich 1 <><>«> Schweineund Schafe, acht Ochsen, zehn Fuder Wein, ebensoviel Bier, lllllll Malter Getreide, Viele Ferkel,Fische, Hühner, Eier, dazu noch das Gemüse, zusammen im Betrag von dreißig Pfunden Silber. Mitdiesen Ausgaben wetteiferten die Verluste, da die Verwaltung der königlichen Güter bei ihrer weitenZerstreuung, den ungenügenden Verkehrsanstalten, dein Mangel an schreib- und rechnnngsknndigen